e-commerce-Leitfaden
CEN/ISSS (Information Society Standardization System)
Dokument: C:\Eigene Dateien\CEN-ISSS Leitfaden.doc
Version: 1.0
Datum: 21.12.2000
Ersetzt Dokument vom: keines
Autor: CEN/ISSS Information Society Standardization System
Letzte Änderung von: 21.12.2000
Autorisiert: öffentliche Publikation auf Internet /
Bearbeitung und Strukturierung durch e-comtrust International AG, Zug
Freigabe am: 12.4.2001
Einen wichtigen Faktor, um potentielle Anwender von E-Commerce-Lösungen zu überzeugen, bildet die Verfügbarkeit der erforderlichen Hardware und Systemsoftware. Die derzeitigen E-Commerce-Implementierungen basieren oft auf einer Mischung von serienmäßig hergestellten Standardprodukten und Eigenentwicklungen. Mittel- und langfristig dürften aber Verfügbarkeit und Auswahl von serienmäßig hergestellten Produkten zunehmen. Diese Produkte werden nicht nur einfach zu erwerben und zu implementieren, sondern auch relativ preiswert sein. Vielfach werden zudem die Preise sinken. Das ist einer der Hauptfaktoren, um die KMU zu überzeugen, dass E-Commerce selbst in den kleinsten Unternehmen realisierbar ist.
Bei den erforderlichen Hardware-/ Systemplattformen handelt es sich selten um teure maßgeschneiderte Systeme. Handelsübliche serienmäßige PCs, die zumeist rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche laufen müssen, mit dem üblichen Microsoft Windows (NT oder 95) bilden selbst in so großen Unternehmen wie Bolero die Grundlage für E-Commerce-Dienste. Für einige komplexere Dienste sowie für viele Firewall-Erzeugnisse bevorzugen die gegenwärtigen Anwender offenbar Systeme auf der Basis von Unix. Tatsächlich unterstützen die meisten größeren PC-Anbieter normalerweise beide Systemplattformen.
Installationsmanagement / Support
Die ständig zunehmende Kompliziertheit moderner IT-Systeme bringt es mit sich, dass die Installation, Einrichtung und Wartung gängiger PC-Systeme, ganz gleich ob auf der Basis von Microsoft oder Unix, nicht länger eine nebensächliche und wenig zeitaufwendige Aufgabe darstellt. In den meisten Unternehmen sind entsprechende Ressourcen nicht ohne weiteres verfügbar. Anstatt solche Aufgaben ungeeigneten Mitarbeitern zu überlassen – deren Lernprozess oft auf dem Prinzip von Versuch und Irrtum beruht, einer zeit- und kostenaufwendigen, zudem häufig unzuverlässigen Methode – werden solche Dienste im allgemeinen ausgelagert oder an (Sub-)Unternehmen mit der nötigen Erfahrung vergeben.
Dienstleistungen des E-Commerce, die rund um die Uhr und an 7 Tagen in der Woche bereitgestellt werden sollen, erfordern auch eine ununterbrochene Kontrolle und Betreuung. Rund um die Uhr geschäftsbereit zu sein, bedeutet nicht nur, dass jederzeit, am Tag und in der Nacht, Probleme auftreten können, sondern auch, dass sie in dieser Zeit gelöst werden müssen. Planmäßige Stillstandszeiten zwecks Wartung oder Erprobung müssen für die ruhigsten Zeiten eingeplant werden und mit einer entsprechenden vorherigen Unterrichtung der Kunden einhergehen. Unvorhergesehene Unterbrechungen oder Probleme treten aber meistens in Spitzenbelastungszeiten auf. Deshalb müssen Mittel und Sachkenntnisse verfügbar sein, um sie sofort zu beheben.
Sofern sich solche Supportdienste nicht aus dem Charakter Ihres eigenen Unternehmens ergeben, müssen Dritte gefunden werden, die nicht nur Erfahrungen in diesem Bereich besitzen, sondern die auch in der Lage sind, Service rund um die Uhr bereitzustellen.
Wie bei den Softwarelösungen besteht gegenwärtig auch bei den Dienstleistungsanbietern das Problem darin, dass auf dem Markt nur sehr wenig allgemeine Erfahrung verfügbar ist. Kunden, die solche Dienstleistungen nachfragen, geben oft frustriert auf oder kehren zu herkömmlicheren Formen der Geschäftstätigkeit zurück, bevor sie ihre neuartigen Dienstleistungen oder Anwendungen des E-Commerce einführen. Im allgemeinen befinden sich selbst große Unternehmen in der Versuchsphase, wenn es um eine umfassende E-Commerce-Implementierung geht, die sich über die Gesamtheit der Betriebsabläufe erstreckt. Viele andere nehmen eine abwartende Haltung ein.
Das Internet wird im E-Commerce als globales Übertragungsmedium genutzt. Die meisten Endbenutzer beschränken sich auf einen frei verfügbaren Browser, um sich an einen Internet Service Provider (ISP) anzuschließen und so Zugang zum Internet zu erhalten. Diese Dienstleistungspakete werden normalerweise als fester Bestandteil des Abonnements bei einem ISP angeboten. Der ISP kann auch freie Beratung über die Vernetzung, Modems und PSTN sowie über alle anderen Zugangs- oder Konfigurationsprobleme anbieten, die beim Benutzer auftreten können. In der Regel ist dies Teil des gesamten Dienstleistungspakets des ISP, um die Kundenzufriedenheit zu garantieren.
Es ist nicht ratsam, eine E-Commerce-Site im Internet ohne professionelle Unterstützung einzurichten. Besser ist es, die erste eigene Site mit der vollen Unterstützung des ISP auf einer seiner Sites einzurichten. Es gibt kaum Informationen darüber, wie ein E-Commerce-Server nach den Prämissen des Benutzers eingerichtet werden kann. Wie man sich ans Netz anschließt, wie man eine IP-Adresse bekommt, wie man einen Domain-Namen registrieren lässt – alle diese Schritte sind kaum dokumentiert. Selbst die ISP geraten häufig ins "Schwimmen" und sind bei der Beantwortung solcher Fragen sehr zurückhaltend. Andererseits sind Informationen über die Einrichtung von Webseiten für Werbe- und Informationszwecke (unter Verwendung von Entwicklungs- und Aufbereitungsinstrumenten für Websites und HTML) heute weitgehend in Büchern zu finden die zum Teil auch online (z. B. bei Amazone) oder in Buchläden bestellt werden können.
Am besten beraten sind Unternehmen und speziell KMU, die Dienstleistungen des E-Commerce entwickeln wollen, mit Dienstleistungen, die von ihrem ISP betreut werden, anstatt mit mühsamem Wissenserwerb bei der Schaffung ihres hauseigenen Systems zu kämpfen. Wie unsere Fallbeispiele belegen, ermöglicht dies ein schnelleres Anlaufen der Dienstleistungen und ihre kontinuierliche Wartung und Anpassung, was in diesem dynamischen Umfeld mit wechselnden Anforderungen äußerst wichtig ist. Die Inanspruchnahme einer Betreuung durch den ISP gewährleistet ein angemessenes Dienstleistungsniveau bei voller Unterstützung. Außerdem kann der Erstanwender des E-Commerce so den Lernprozess mit einer helfenden Hand absolvieren. Aus diesem Grund ist die Wahl eines ISP maßgeblich.
Das Internet stellt ein leicht zu aktualisierendes und flexibles Medium dar. Deshalb wird erwartet, dass Websites im Internet regelmäßig, ja täglich oder stündlich aktualisiert werden. Die Kosten dieser Maßnahme sollten bei der Kalkulation einer elektronischen Transaktion berücksichtigt werden. Möglicherweise müssen Betriebsabläufe geändert werden, um das Erfordernis einer regelmäßigen Aktualisierung und die damit verbundenen Informationsströme zu bewältigen.
Software- und Hardware-Support sollte von Ihren Systemlieferanten oder Ihrem ISP bereitgestellt werden. Nützliche zusätzliche Ratschläge können Sie in Newsgroups und E-Mail-Foren erhalten.
Die Benutzer verlangen nicht nur Anleitung, wie E-Commerce-Lösungen zu implementieren sind, sondern es sind auch kaum Softwarepakete für die Implementierung solcher Lösungen verfügbar. Es wurden zwar zahlreiche Versuche mit Prototyppaketen und Systemen unternommen, aber die meisten scheiterten. Abgesehen von Netscape und Microsoft sind derzeit nur sehr wenige Unternehmen in der Lage, erfolgreich umfassende Pakete anzubieten. Andererseits steigt die Zahl der spezialisierten Unternehmen, die maßgeschneiderte Software-Lösungen für die Implementierung des E-Commerce anbieten. Künftige Anwender sollten sich deshalb über die Verfügbarkeit von gängigen und "Nischenprodukten" informieren.
Die größte Hürde besteht aber nach wie vor darin, dass nur wenige wirkliche Erfahrungen gesammelt wurden, wie Endbenutzer von E-Commerce-Diensten reagieren, wenn sie mit Softwaresystemen anstatt mit Menschen kommunizieren und interagieren. In herkömmlichen Geschäften stehen Verkäufer bereit, um Anleitung und Beratung zu geben. Auf einer katalogisierten Website gibt es nur den Hilfetext, der bestenfalls nach Stichwörtern (wenn überhaupt) und nicht unbedingt auf spezielle Fragen antwortet.
Darüber hinaus stellt die Gewinnung von Stammkunden ein Problem dar, da die Kundengewohnheiten auf der Site oft nicht registriert werden. Das heißt, die Kunden müssen jedes Mal den gleichen langen Weg gehen, um an die Stelle zu gelangen, die sie regelmäßig besuchen. Das dürfte sich aber schnell ändern, wenn die Web-Gewohnheiten besser verstanden werden. So verfügt beispielsweise Amazon.com über eine Software, die sich automatisch an die Kundeninformationen der Erstbestellung erinnert. Es steht noch viel Arbeit mit Experten- oder lernorientierten Systemen in dieser Umgebung bevor, ehe sich die Benutzer wirklich wie zu Hause fühlen und – was noch wichtiger ist – entspannt sind, wenn sie für die Benutzung und den Zugang zu solchen Systemen bezahlen.
Käufer, Verkäufer und Anbieter von Mehrwertdienstleistungen im E-Commerce nutzen Produkte und Dienstleistungen. Für einen wirklich offenen und globalen elektronischen Markt ist wichtig, dass diese Produkte und Dienstleistungen auf einem einheitlichen Bestand von Normen und technischen Daten beruhen. Die Fallbeispiele auf dieser Website belegen, dass, während auf der grundlegenden Ebene des Informationsaustauschs im Internet und im World Wide Web Interoperabilität vorherrscht, eine vollkommen interoperable Infrastruktur für den E-Commerce, die Sektoren und Einrichtungen der gesamten elektronischen Geschäftsbeziehungen der Gemeinschaft umfasst, noch geschaffen werden muss. Bis zum Plug and Play im E-Commerce ist es offenbar noch ein weiter Weg. Solange nicht mehr Produkte und Dienstleistungen Normen und Spezifikationen einheitlich und konsequent anwenden, besteht die Gefahr, dass es im globalen elektronischen Markt Inseln von nicht-interoperablen Handelsgemeinschaften geben wird.
Die Erfahrung zeigt, dass
Bedeutsamer ist vielleicht, dass viele Unternehmen, die im E-Commerce aktiv sind, ihre eigenen E-Commerce-Lösungen entwickeln, die sowohl kommerzielle als auch firmeneigene Software umfassen. Einige sehen auch einen Wettbewerbsvorteil darin, eigene Systeme zu entwickeln und diese ständig zu verbessern.
Es sei angemerkt, dass ein beträchtlicher Normungsaufwand zur Definition der allgemeinen technischen Architekturen und/oder Schnittstellen für den E-Commerce betrieben wird.
Die eigentlichen Datenübertragungsverbindungen zwischen dem Kunden und den ISP werden derzeit eher von Telekommunikationsbetreibern (TELCOs) als von den ISP bereitgestellt. Obwohl die Telekom-Anbieter in der Regel die ISP bedienen, gibt es Beispiele, wo beide Unternehmen identisch sind oder wo die Empfehlung für den Datenübertragungsanschluss als integraler Bestandteil einer ISP-Dienstleistungspakets angeboten wird.
Der Telekom-Markt entwickelt sich - besonders in den wirtschaftlich hochentwickelten Ländern wie der Europäischen Gemeinschaft – von einem monopolistischen Markt zu einem offenen und äußerst wettbewerbsfähigen kommerziellen Umfeld. Die zunehmende Verfügbarkeit von mobilen, satellitengestützten und multinationalen Dienstleistungen hat eine viel größere Auswahl für die Datenübertragung hervorgebracht, so dass viele potentielle Kunden vor einer verwirrenden Entscheidungsfindung stehen, die durch den sich rasch wandelnden Markt noch erschwert wird. Aus Sicht des Benutzers lässt sich dieses Problem am einfachsten lösen, indem er den ISP wählt, der einen lokalen Anschluss, zuverlässige Dienstleistungen und vor allem eine gute Betreuung bietet. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass einige Dienstleistungspakete, besonders von amerikanischen Anbietern, auf kostenlose bzw. sehr niedrige Ortstarife der Telekom ausgerichtet sind, die in Westeuropa gegenwärtig nicht gegeben sind.
Definitionen
Ein Cookie ist eine spezielle Textdatei, die von einer Website auf Ihrer Festplatte abgelegt wird, so dass sie sich zu einem späteren Zeitpunkt an einige Informationen über Sie erinnern kann. Üblicherweise speichert ein Cookie Ihre Vorlieben, wenn Sie eine bestimmte Site aufrufen. Beim Einsatz des Hypertext Transfer Protocol (HTTP) im Internet erfolgt jeder Aufruf einer Website völlig unabhängig von allen anderen Anfragen. Deshalb kann sich der Server der Website weder an einen Ihrer vorherigen Besuche erinnern noch daran, welche Seiten er zuvor an einen Nutzer gesandt hat. Ein Cookie ist ein Mechanismus, der einem Server erlaubt, seine eigene Datei über einen Nutzer auf dessen Computer zu speichern. Die Datei wird in einem Unterverzeichnis des Browsers abgelegt (zum Beispiel als Unterverzeichnis im Netscape-Ordner). Das Cookie-Unterverzeichnis enthält für jede von Ihnen besuchte Website, die Cookies verwendet, eine Cookie-Datei.
Cookies dienen in der Regel zur Anzeige von Werbebannern, die mit einer Website versendet werden. Hier sorgen sie dafür, dass die gleiche Anzeige über eine Folge von aufgerufenen Seiten nicht wiederholt gesendet wird. Cookies können auch dazu eingesetzt werden, die an Sie gesendeten Seiten auf Ihren Browsertyp oder hinsichtlich anderer Informationen, die Sie unter Umständen der Website übermittelt haben, abzustimmen. Webnutzer müssen die Ablage von Cookies erst akzeptieren; im Allgemeinen ermöglichen sie es den Websites, ihre Dienste für den Nutzer zu optimieren.
Für alle Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe oder der Art ihrer Verwaltung, ist das Anlegen von Verzeichnissen und deren Pflege unumgänglich.
Ein elektronisches Verzeichnis kann zum Beispiel die Namen und Telefondurchwahlen jedes Angestellten, Einzelheiten über Geschäftspartner oder eine Beschreibung der physikalischen Bestandteile eines Netzwerks umfassen oder auch aus internen und externen Adressenkarteien bestehen.
Unternehmen, die mit elektronischen Hilfsmitteln arbeiten und sich auf dem weltweiten Markt bewegen, sehen sich zunehmend gefordert, den Informationsfluss aus einer Vielzahl von Gebieten zu bündeln: Datenbanken, Telefon-Nebenstellenanlagen, Application Servern, Human-Ressourcen-Paketen, Anwendungen für die Ressourcenverwaltung von Unternehmen und Ähnlichem. Diese Informationen können in einem oder mehreren hierarchisch gegliederten Verzeichnissen organisiert werden.
Die Verzeichnisstruktur und der Zugang zu den Verzeichnissen ist vereinheitlicht, auch wenn sich viele eigene Lösungen auf dem Markt befinden. Die wichtigsten Standards sind X500 und LDAP (Lightweight Directory Access Protocol).
Jetzt, da die Globalisierung von Unternehmen alltäglich wird, ist eine große Anzahl von kleinen Verzeichnissen weniger wünschenswert und schwieriger zu verwalten. Daher ziehen derzeit viele Unternehmen ein unternehmensweites Verzeichnis in Erwägung, ein so genanntes Meta-Verzeichnis.
Das Meta-Verzeichnis dient dazu, mittels eines einzigen Verzeichnistyps Informationen an verschiedenen Stellen zu verwalten. Es kann beides sein: eine sinnvolle firmeninterne Einrichtung und die Basis für die Entwicklung elektronischer Geschäftsbeziehungen. Auch seine Sicherung ist einfacher.
Es gibt viele Definitionen und falsche Vorstellungen in Verbindung mit dem Internet. Eine der bekanntesten und am häufigsten zitierten Internetpublikationen liefert folgende Definition: "...ein großes ,Netzwerk aus Netzwerken'. Es gibt kein einheitliches Netzwerk, das als ,das Internet' bekannt wäre, vielmehr sind alle regionalen Netze in einem großen, lebendigen Gebilde miteinander verbunden (‚vernetzt’), und sie kommunizieren mit verblüffender Geschwindigkeit über das TCP/IP-Protokoll. Das gesamte Geschehen findet in ,Echtzeit' statt." (Brendan P. Kehoe, aus "Zen and the Art of the Internet").
Die Netzwerke, die das Internet bilden, sind angesiedelt bei oder werden bereitgestellt von: Telekommunikations- und Softwareunternehmen, akademischen und anderen Instituten, Regierungsstellen und amtlichen Behörden, öffentlichen und privaten Unternehmen und Privatpersonen von zu Hause aus. Die im Internet verbreiteten Informationen werden über viele Arten von Kommunikationsmedien übertragen, von Kupferdraht-Fernsprechleitungen über Glasfaserverbindungen bis hin zu Satellitenschüsseln und Kabeln.
Das Internet hat sich aus einem von der US-Regierung geförderten Forschungsprojekt entwickelt und verbindet Millionen von Einzelnutzern über Tausende von Netzwerken. Die enormen Informationsmengen, die diese Netzwerke durchlaufen, werden alle mit einem gemeinsamen Protokoll übertragen: Das "Übertragungs-Steuerprotokoll/Internetprotokoll" (TCP/IP: Transmission Control Protocol/Internet Protocol) hat sich als weltweiter Standard für alle Beteiligten am Internet etabliert, um einen freien Informationsfluss zu gewährleisten.
Die Kompatibilität ist wichtig für die Kommunikation zwischen zwei Computerkonfigurationen. Sie ist auf der Netzwerkebene ebenso notwendig wie auf der Anwendungsebene. So ist es durchaus möglich, eine Textdatei von einem Computer an einen anderen zu senden, ohne dass der dortige Nutzer mit dieser Datei arbeiten kann. In einem solchen Fall handelt es sich meist darum, dass beide Anwender unterschiedliche Textverarbeitungsprogramme oder unterschiedliche Versionen des gleichen Programmpaketes verwenden. Es besteht also keine Kompatibilität zwischen den beiden Anwendungen.
Das oben genannte Beispiel offenbart die Schwierigkeiten, die schon beim Austausch von etwas ganz Gewöhnlichem, wie zum Beispiel einer Textdatei, auftreten können. Sie können sich vorstellen, wie kompliziert sich die Dinge gestalten können, wenn Sie komplexe geschäftliche und technische Informationen zwischen Unternehmen austauschen und nutzen möchten.
Offene Standards (wie zum Beispiel EDIFACT oder STEP) und eine offene Informationsstruktur (wie das Internet) sind Schlüsselfaktoren der Kompatibilität, denn sie erleichtern den Austausch von Produktdaten.
Früher bezog sich "Markup" auf den Prozess der Kennzeichnung von Manuskriptkopien für Schriftsetzungen mit Anweisungen zur Verwendung verschiedener Schriftarten mit Größen-, Abstands-, Absatzformatierungen, usw.
"Elektronisches Markup" bezog sich ursprünglich auf die internen, manchmal unsichtbaren Kodierungen zur Formatierung von Dokumenten. Markup besteht aus einer Folge von Zeichen oder Symbolen, die an bestimmten Stellen in einen Text oder in eine Textverarbeitungsdatei eingefügt werden, um anzugeben, wie die Datei im Druck oder in der Anzeige aussehen soll, oder um die logische Struktur eines Dokumentes zu beschreiben. Die Markup-Indikatoren werden oft "Tags" genannt. Eine standardisierte Markup-Definition für die Struktur von Dokumenten (beziehungsweise eine Beschreibung dessen, wie "Markup" spezifiziert werden kann) liegt jetzt in der Standard Generalized Markup Language (SGML) vor, der standardisierten verallgemeinerten Textaufzeichnungssprache.
"Markup" kann direkt durch den Autor eines Dokumentes eingefügt werden, indem er die Symbole eingibt, sie mittels eines Editors aus einer Zusammenstellung von Markup-Symbolen auswählt (um weniger Anschläge zu tippen) oder indem er einen ausgereifteren Editor verwendet, mit dem man ein Dokument während der Eingabe so anzeigt bekommt, wie es dem späteren Ergebnis entspricht (einem so genannten WYSIWYG -Editor).
Der Begriff "Metadaten" bezieht sich auf die Daten, die zur Beschreibung eines Datensatzes verwendet werden (z.B. die Größe der Daten, der erfasste Bereich, der Umfang, welche Methoden der Datenerfassung verwendet wurden, von wem und wann die Daten erfasst wurden, usw.).
Zutreffende, vollständige Metadaten können hinreichend Aufschluss über einen Datensatz geben (ohne auf den "Eigentümer" der Daten hinzuweisen), um festzustellen, ob die Daten verwertbar oder interessant sind.
Im Wesentlichen entspricht ein Portal dem, was der Begriff andeutet, nämlich einem Gebilde, durch das man hindurchgeht, um an einen bestimmten Ort zu gelangen. Portale sind Zugangsstellen für Informationen im Internet. Typische Dienstleistungen, die von Portal-Sites wie Yahoo, Excite oder Lycos angeboten werden, beinhalten ein Verzeichnis von Websites, Suchhilfen, Nachrichten, Wetterinformationen oder Börsenkurse. Während Portal-Sites entwickelt wurden, um Internetnutzern bei der Suche nach den gewünschten Informationen zu helfen, sehen sich die Nutzer jetzt paradoxerweise einer immer größer werdenden Anzahl von Portal-Sites gegenüber. Infolgedessen erleben wir derzeit die Entstehung von Portal-Sites, die den Zugang zu wiederum anderen Portal-Sites vermitteln.
Die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit einer Portal-Site hängt weitgehend von ihrer Fähigkeit ab, genügend Besucher anzuziehen. Dabei kommt es darauf an, dass die Besucher sich möglichst lange auf der Site aufhalten und so viele Seiten wie möglich besuchen.
Für Portal-Sites gibt es im Wesentlichen drei Einnahmequellen:
Beim Aufbau eines Portals sind zwei Aspekte zu berücksichtigen - der geschäftliche und der technische Aspekt.
Der geschäftliche Aspekt: Ein Portal ist eine Website mit dem wesentlichen Ziel, Zugang zu anderen Sites zu verschaffen. Hierzu sind Verträge über die Verweise auf diese dritten Parteien auf der Site, Verkaufsförderung und Werbung auf dem Portal für alle potenziellen Nutzer und Hinweise auf interessante Ereignisse, Nachrichten, Artikel, Wissenswertes, Unternehmen und URL-Adressen zu schließen.
Der technische Aspekt: Für den Aufbau jeder Site bedarf es einer Infrastruktur - Hardware, Software und Kommunikationstechnik oder eines Drittanbieters solcher Dienstleistungen, etwa einem ISP (Internet Service Provider, Anbieter von Internetdienstleistungen). Ferner muss ein passender Domänen-Name (oder mehrere) registriert werden. Da dieser die Grundlage für öffentliches Auftreten und Werbung bildet, empfiehlt es sich, einen einprägsamen und gut klingenden Namen zu wählen. Für das Erstellen der Site gibt es Software-Pakete, mit denen eine Site aufgebaut und strukturiert werden kann (wie zum Beispiel Webexpert, First Page, Magic Site, usw.), sowie andere, die sich speziell für den Aufbau eines Portals eignen, wie Mediapps (mediapps.com).
Vergessen Sie nicht: Nachdem die Verträge mit den Portal-Partnern geschlossen sind und die Site erstellt ist, müssen Sie Werbemaßnahmen in Gang setzen, um die Anzahl der Zugriffe und der Nutzer Ihrer Site zu vergrößern. Eine wirksame Betreuung und regelmäßige Aktualisierung der Site sind ebenfalls wichtig. Diese Kostenfaktoren werden von Internetneulingen oft übersehen.
Für Versteigerungen und Ausschreibungen werden schon seit Generationen Handelspraktiken entwickelt. Traditionell dienten Auktionen als Vermittlungsstufe im Hinblick auf eine leichtere Preisfindung für seltene oder begrenzt verfügbare Produkte, wie schöne Kunstgegenstände und Antiquitäten, Blumen und Lebendvieh.
Die ersten elektronischen Auktionen arbeiteten schlicht mit einer elektronischen Ausführung des Gebotsverfahrens und fanden in so genannten LANs (Local Area Networks, lokal begrenzten Rechnernetzwerken) statt. Heute bietet das Internet eine kostengünstige Informationsstruktur zur wesentlich preiswerteren Durchführung von Auktionen, an denen eine deutlich größere Zahl von Käufern und Verkäufern beteiligt ist.
Seit 1995 erleben wir eine rasche Zunahme von Online-Auktionen auf verschiedenen Produktmärkten. Als preiswerte globale Kommunikationsplattform nimmt das Internet erheblichen Einfluss auf den Auktionsmarkt. Das Web ermöglicht Anbietern und Versteigerern, ein weltweites Publikum mit sehr spezifischen oder geringwertigen Gütern, für die ansonsten nicht genügend Interessenten gefunden werden könnten, anzusprechen. Dies gilt zum Beispiel für Gebrauchtmaschinen, Überschusserzeugnisse oder auch Spielzeug.
Nicht nur die traditionellen Versteigerer betreten das Feld der elektronischen Auktionen. Elektronische Auktionen sind auch für Produkte entstanden, die traditionell durch Handeln oder verbindliche Preisangebotsstrategien verkauft wurden. Manche Neulinge auf diesem Gebiet sind Einzel- oder Großhändler, die neue Kunden erreichen oder Überschussbestände und veraltete Waren absetzen wollen; andere wiederum sind neue Vermittler, die eine Handelsplattform für eine Vielfalt von Produkten und Verkäufern anbieten. Die Einnahmequellen für eine solche Plattform stammen aus dem Verkauf der Technologieplattform, den Transaktionsgebühren und den Werbeanzeigen.
Darüber hinaus lassen sich innovative Erscheinungsformen beobachten. Über Systeme der Nachfragebündelung (so genannte Demand Collection Systems), geben Kunden (flexible) Produkt-/Preis-Präferenzen an, die an Lieferanten weitergeleitet werden, die wiederum diese Angebote entweder annehmen oder ablehnen. Noch beachtlicher ist die Entwicklung von intelligenten Agenten, die Verkaufsgeschäfte im Namen der Hersteller und der Kunden aushandeln können.
Elektronische Auktionen dienen also nicht nur als preiswerte Alternative zu herkömmlichen Versteigerungen. Vielmehr stellen sie auch einen völlig neuen Mechanismus der Preisfindung dar, der die Markttransparenz erheblich verbessert und die Preisbestimmung erleichtert. Das größte Hindernis von Online-Auktionen bleibt die Unmöglichkeit für den Käufer, die Qualität der Auktionsobjekte physisch zu beurteilen. Die Darstellungskapazitäten im multimedialen Bereich sind mittlerweile jedoch sehr gut und in ständiger Weiterentwicklung begriffen.
Durch den Einsatz moderner elektronischer Kommunikationstechnik können sich die virtuellen Firmen immer stärker auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und nicht-kritische Verwaltungs- und Dienstleistungsaufgaben an unternehmensexterne Anbieter und Zulieferer, die auf solche Bereiche spezialisiert sind, auslagern. Das entscheidende Charakteristikum solcher Firmen besteht darin, dass sowohl die interne als auch die externe Kommunikationstechnik innerhalb des Unternehmens und zwischen den Unternehmen von einem elektronischen "E-Commerce"-Netzwerk geleistet wird. "E-Commerce" ist genau genommen der wesentliche Kern solcher Unternehmen; sie können ihre Geschäfte an sieben Tagen in der Woche und 24 Stunden am Tag an jedem Ort abwickeln. Das Unternehmen arbeitet immer dort, wo sich die Kunden, Mitarbeiter oder Geschäftspartner gerade befinden, unabhängig von Betriebskreisläufen, Zeitgrenzen, lokalen Gepflogenheiten und Beschränkungen.
All dies gilt natürlich nicht nur für die Interaktion der Unternehmen mit ihren Kunden und Geschäftspartnern, sondern auch für Mitarbeiter, die von zu Hause aus arbeiten oder sich in Niederlassungen vor Ort weitab von ihren Zentralen versammeln (was erhebliche Einsparungen der Fahrzeit ermöglicht) oder sogar ihr Büro ohne Zeitverzögerung an jeden Ort der Welt "mitnehmen" können.
Auf den Punkt gebracht ist ein Unternehmen umso erfolgreicher, je besser ein Netzwerk elektronische Kommunikation und elektronischen Geschäftsverkehr einbindet.
Seit die Menschen das Web entdeckt haben, benötigen sie Portal-Sites und Suchmaschinen, um zu gesuchten Informationen vorzudringen. Aber die Tage der Allzweck-Mega-Portale sind gezählt. Durch die kontinuierlich wachsende Informationsflut im Internet wird dieses stets undurchsichtiger, und es wird immer schwieriger, Informationen zu bestimmten Themen abzurufen. Deshalb entstanden die vertikalen Portale, die so genannten "Vortale".
Der Hauptunterschied zwischen einem Portal und einem Vortal besteht in der Schwerpunktsetzung. Das Konzept der Vortale beruht darauf, dass für bestimmte Nutzergruppen spezifische Daten und Anwendungen bereitgestellt werden. Dieser Trend ist im E-Commerce zwischen Unternehmern und Verbrauchern und zwischen Unternehmen zu beobachten. Die vertikalen Märkte unterscheiden sich im Allgemeinen durch ihr spezifisches Interessengebiet oder eine bestimmte kulturelle oder geografische Verankerung voneinander.
Vertikale Business-to-Business-Portale werden für bestimmte Berufszweige oder Anwendungen entwickelt. Sie bieten Inhalte und Dienstleistungen an, um wesentliche Schlüsselprozesse in einer bestimmten Branche zu unterstützen. B-2-B-Vortale entwickeln sich zu vertikalen Beschaffungs-Websites. Sie bieten Mehrwertdienstleistungen an, die es bisher noch nicht gab. So können Unternehmen ihre indirekten Beschaffungssysteme durch das Angebot einer preiswerten Alternative zur uneffizienten und kostenaufwendigen Papierverwaltung des Einkaufs von vielleicht überflüssigen Gütern und Dienstleistungen rationalisieren. Eines der bekanntesten Beispiele ist Chemdex.com, vermutlich die größte Online-Quelle für biologische und chemische Reagenzien. Ein weiteres Beispiel ist Bricsnet, ein an der EASDAQ notiertes B-2-B-Vortal, das einen vertikalen Markt für die Bauwirtschaft anbietet.
Vertikale Portale verfügen über eine große Anziehungskraft, da sie für Käufer und Lieferanten einen günstigen, kostensenkenden Treffpunkt bilden und Geschäftsanbahnungen ermöglichen. Mit dem wachsenden Interesse nimmt aber auch der Wettbewerb zu. Damit diese unabhängigen Marktplätze bestehen können, müssen sie für jede vertikale Branche einzigartige Wertangebote finden und rasch eine kritische Masse von Transaktionen erreichen.
Application Service Provider (ASP)
Im weiten Sinne ist jedes Unternehmen oder jeder Dritte, der Software-Anwendungen über das Internet, in der Regel gegen Entrichtung von Gebühren, anbietet, ein Application Service Provider (ASP).
ASP-Kunden "besitzen" die Anwendung nicht, sondern "mieten" Dienstleistungen pro Zugriff oder auf monatlicher Basis (bzw. auf der Grundlage verschiedener anderer Zahlungsmodelle) zu einem Teil der Kosten für den Erwerb, den Einsatz und die Unterstützung herkömmlicher erstklassiger kommerzieller Anwendungen.
Obwohl dies neuartig erscheint, geht die Idee, Anwendungen zu mieten, die auf Computern anderer laufen, auf die 60er Jahre zurück, als viele Unternehmen die Datenverarbeitungszeit eines außerhalb der Firma gelegenen Großrechners teilten. Als die Preise für PC und Minicomputer auf dem Markt sanken, wurden viele Datenverarbeitungsprozesse wieder in der eigenen Firma erledigt, und die Nachfrage nach Mehrbenutzersystemen ging zurück.
Weshalb erscheint das Konzept der ASP dann sinnvoll? Einerseits ist die Idee der Auslagerung von Aufgaben, die nicht Teil des Hauptgeschäfts der Firma sind, immer noch aktuell. Zweitens sind die Entwicklung und Veränderung sowohl der Software als auch der IT-Infrastruktur immer mehr auf das Internet bezogen. Drittens wird es durch die Knappheit an IT-Personal und die zunehmende Komplexität sowie die schnelle Veränderung der Hardware- und Softwareentwicklungen für die durchschnittlichen KMU fast unmöglich, teure Anwendungen zu erwerben und umzusetzen. Ein ASP-Kunde muss sich nicht um den Erwerb, die Wartung und neue Updates von Hard- und Software kümmern. Die einzig erforderliche Software auf dem Desktop des Nutzers ist ein Web-Browser. Flexibilität und niedrigere Kosten scheinen insgesamt die wichtigsten Vorteile des ASP-Modells zu sein.
Wer ist auf dem Markt vertreten? Es gibt einige "reine" ASP, aber es überrascht nicht, dass die traditionellen ISP (Anbieter von Internetdienstleistungen), Telekommunikations- und Softwareanbieter, ja selbst Hardwareanbieter, den ASP-Markt als Potenzial zur Erweiterung ihrer bisherigen Aktivitäten betrachten.
ASP sind erstmalig in den USA entstanden und erobern nun langsam Europa, wo sich der Markt jedoch gerade erst entwickelt. Die Erfahrung in den USA zeigt, dass die "Erstanwender" vorwiegend kleinere Firmen waren, die sich bei der Suche nach alternativen IT-Lösungen an einen ASP wandten. Größere Gesellschaften sind bei der Nutzung eines ASP-Modells eher zurückhaltend. Die Hauptgründe hierfür liegen in der Schwierigkeit, das ASP-Modell in die bestehenden Systeme zu integrieren, in der Tatsache, dass größere Unternehmen oft Lösungen benötigen, die sehr auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten sein müssen, und in der Befürchtung, zu sehr in Abhängigkeit eines externen Anbieters zu geraten.
Unternehmen, die den elektronischen Geschäftsverkehr in ihren bisherigen Tätigkeitsbereich aufnehmen wollen, müssen sich überlegen, wie sie diese neue Möglichkeit in ihre Back-Office-Systeme integrieren können und welche Auswirkungen dies auf ihre Organisation und ihre Beziehungen zu den Kunden hat.
Der elektronische Geschäftsverkehr definiert sich als eine kommerzielle Tätigkeit, die über elektronische Netzwerke (oft über das Internet) abgewickelt wird und zum Kauf oder Verkauf von Waren oder Dienstleistungen führt. Er umfasst hauptsächlich folgende vier Anwendungen:
Alle diese Anwendungen sind natürlich fester Bestandteil der bestehenden Systeme einer Firma und müssen in die Lösungen des elektronischen Geschäftsverkehrs vollständig integriert werden. Die zukünftige Effektivität der Geschäftsabläufe der Firma wird entscheidend von der Qualität und Genauigkeit dieser Integration abhängen.
Die Einführung des elektronischen Geschäftsverkehrs erfordert ein Überdenken der Organisation und möglicherweise die Umstellung einiger technischer Geschäftsabläufe. Das Geschäftsmodell muss verändert werden, wenn man aus der schnelleren Weiterleitung der Bestellungen, der integrierten Abwicklung des elektronischen Datenaustausches, geringerem Lageraufwand, neuen weltweiten Vereinbarungen mit Anbietern und Kunden, neuen Logistikmöglichkeiten etc. Nutzen ziehen möchte.
Vor der Einführung des elektronischen Geschäftsverkehrs wäre es angebracht, gemeinsam mit den Anbietern bestehender Firmensysteme zu prüfen, inwieweit diese mit dem elektronischen Geschäftsverkehr kompatibel sind und welche Integrationsmöglichkeiten bestehen.
Bei der herkömmlichen Verfahrensweise mit Papier sind die allgemeinen Geschäftsbedingungen, zu deren Einhaltung sich jeder Handelspartner verpflichtet, sorgsam auf der Rückseite der Rechnungen und Bestellungen abgedruckt. Um das Manko der Papierlosigkeit von Transaktionen per elektronischem Datenaustausch (EDI) auszugleichen, entwerfen die EDI-Nutzer oft eine schriftliche "Austauschvereinbarung", um EDI-Transaktionen im Voraus zu genehmigen und die allgemeinen Geschäftsbedingungen festzulegen. Eine solche Austauschvereinbarung wird teilweise auch als ,Geschäftsvereinbarung’ oder ,Partnerschaftliche Handelsvereinbarung’ bezeichnet. Sie dienen alle demselben Zweck, nämlich dem Ausgleich des fehlenden Rechtsrahmens für den Handel ohne Papiernachweis.
Der Entwurf einer solchen Austauschvereinbarung beruht in der Regel auf drei grundlegenden Elementen:
Eine Austauschvereinbarung wird als eine Art Rahmenvertrag betrachtet, in dem die technischen und juristischen Bedingungen für den elektronischen Datenaustausch dargelegt sind. Mit einer gut abgefassten Austauschvereinbarung wird den beteiligten Partnern Sicherheit verschafft und das Risiko künftiger Streitfälle verringert.
Organisationen wie UN/CEFACT haben sich mit dem Entwurf von "Standard"-Austauschvereinbarungen beschäftigt, die im Nachhinein von den nationalen Handelsorganisationen gegebenenfalls angepasst wurden, um sie mit der örtlichen Gesetzgebung in Übereinstimmung zu bringen. Wenn Sie genauere Informationen zu diesem Thema benötigen, raten wir Ihnen deshalb, sich zuerst an Ihre örtlichen Handelsorganisationen bzw. die Handelskammer zu wenden.
Wie ein elektronischer Katalog am besten aufgestellt werden kann, hängt sehr stark von seinem beabsichtigten Inhalt, der Größe und ähnlichen Faktoren ab. Ihre elektronische Ladenauslage kann so billig oder teuer sein, wie Sie es wünschen. Vielleicht haben Sie bereits eine Website eingerichtet. Sie könnte dann leicht angepasst werden, um Dienstleistungen des elektronischen Geschäftsverkehrs anzubieten, indem lediglich die Bestellungen per E-Mail aufgenommen werden und eine Zahlungsoption hinzugefügt wird. Es hängt alles davon ab, wie umfassend Sie die Auftragsabwicklung durchführen wollen.
Es gibt viele handelsübliche und einfach zu installierende Softwarepakete für KMU, mit denen Sie einen einfachen elektronischen Katalog entwerfen können, ohne dass Sie dazu über tief greifende Kenntnisse in HTML oder der Software zur Bearbeitung von Websites verfügen müssen. Solche Pakete beinhalten unterschiedliche Funktionen: Sie können mit allen Ihre Bestellungen entgegennehmen, jedoch nicht unbedingt per E-Mail. Sie können mit allen Ihre Bestellungen bearbeiten, aber nicht unbedingt im Einklang mit bestehenden Gegebenheiten Ihrer Unterlagenführung. Themen wie die Kreditkartenbearbeitung, Transportvermerke, Steuerberechnung oder Auftragsverfolgung spielen ebenfalls eine Rolle.
Bei der Auswahl eines Softwarepaketes sollten folgende Hauptmerkmale beachtet werden:
Alternativ möchten Sie vielleicht lieber eine Internetseite für den elektronischen Geschäftsverkehr von Grund auf neuentwickeln und gestalten, entweder hausintern oder mit Hilfe einer Agentur für Webdesign. Dies hat den Vorteil, dass Sie neben der vollständigen Kontrolle über die Aufmachung der Website auch - was noch wichtiger ist- bestimmen, inwieweit sie in andere Geschäftsfunktionen, wie zum Beispiel die folgenden, integriert ist:
Ein elektronisches Schaufenster kann von einer einfachen Übertragung eines Papierkatalogs bis hin zu einer komplexen Anwendung mit starkem Einfluss auf Ihre bestehenden Geschäftsabläufe variieren.
Zur Anregung könnten Sie sich einige unserer Fallstudien anschauen, in denen Beispiele für den Aufbau von Katalogen für den elektronischen Geschäftsverkehr mittels SGML und XML gezeigt werden.
"Mitdenkende Auswahl" (Collaborative filtering)
Verschiedene Unternehmen haben eine Vermittlungstechnologie geschaffen, die die Nutzer bezüglich bestimmter Interessengebiete berät. Zum Beispiel könnten Nutzer einer Website eines CD-Ladens gefragt werden, welche Art von Musik sie bevorzugen. Die Präferenzen all dieser Nutzer werden zueinander in Bezug gebracht, und ein Nutzer, der das System dann darüber informiert, dass ihm David Bowie oder Bach gefallen, könnte den Hinweis darauf erhalten, dass vielen Nutzern, denen Bowie gefällt, auch die Rolling Stones gefallen, und dass Leute, die Bach mögen, ebenfalls Mozart gut finden. Auf diese Weise werden die Nutzer (ähnlich wie bei "Mundpropaganda") zu verwandten Themen geführt, die von Interesse sein könnten. Dieses grundlegende Verfahren kann in vielen Bereichen, z.B. bei Büchern, Musik, Restaurants usw. genutzt werden.
Es gibt eine Vielzahl an Unternehmen, die Technologie der "mitdenkenden Auswahl" verkaufen. Den größten Marktanteil besitzt zurzeit Firefly (früher Agents Inc.), aber BroadVision, LikeMinds, und zahlreiche andere Unternehmen sind gleichermaßen konkurrenzfähig.
Verwaltung der Kundenbeziehungen (CRM)
In den letzten Jahren haben die Unternehmen in erheblichem Umfang in die Automatisierung ihrer Back Offices und die Modernisierung ihrer Prozesse der Bestellung, Verwaltung und finanziellen Abwicklung investiert. Dadurch ist natürlich eine Kosteneinsparung möglich. Wichtig ist es jedoch auch zu überlegen, wie der Geschäftsumfang vergrößert werden kann. Daher verändern die Unternehmen ihre Zielstellungen dahingehend, dass sie sich um eine höhere Wettbewerbsfähigkeit bemühen, indem sie Zufriedenheit und Treue der Kunden durch besseren Service erhöhen. Die CRM-Software ist dafür geschaffen, ihnen genau dabei behilflich zu sein.
Zu den wichtigsten Funktionsbereichen gehören:
Traditionell waren diese Funktionsbereiche voneinander getrennt. Bei einem CRM-Programm werden jedoch Daten, die in einem Bereich anfallen, in anderen weiterverwendet. CRM-Lösungen dienen hauptsächlich dazu, die Beziehungen der Unternehmen zu ihren Kunden besser zu gestalten, indem alle Informationen über Kunden und Mitbewerber in einer einzigen, kundenbezogenen Datenbank zusammengetragen werden. Anhand dieser Informationen sollte das Unternehmen dann in der Lage sein, die Bedürfnisse der Kunden zu erkennen und zu befriedigen, sich damit einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und die eigene Rentabilität zu erhöhen.
Wie hängt das mit dem elektronischen Geschäftsverkehr zusammen? Viel zu oft neigen Unternehmen dazu, ihre Bemühungen im elektronischen Geschäftsverkehr und die Kunden, die auf diesem Weg gewonnen werden, vom übrigen Teil ihres Unternehmens zu trennen. Die Verkäufer, die die Kunden ansprechen, wissen meist nicht, welche Anfragen nach Produkten oder Dienstleistungen die Kunden online abgegeben haben.
Software-Hersteller bieten nun Produkte an, die den elektronischen Geschäftsverkehr mit Möglichkeiten der Kundenbetreuung verbinden. Diese Produkte versprechen eine für den Kunden reichhaltigere Erfahrung im elektronischen Geschäftsverkehr und gleichzeitig eine bessere Verknüpfung mit den übrigen, auf traditionellem Wege wie z.B. im Direktverkauf entstandenen Beziehungen des Unternehmens zu diesem Kunden. Funktionen des elektronischen Geschäftsverkehrs können mit Kundendatenbanken verbunden werden. Das Unternehmen hat so die Möglichkeit, alle Geschäfte des Kunden zu verfolgen, eine Web-Seite anhand seiner Präferenzen und Vorgeschichte individuell zu gestalten und die Reaktionen auf das Kundenverhalten zu automatisieren.
Web-Seiten könnten zum Beispiel eine Rubrik "Rufen Sie mich an" enthalten, mit denen Web-Kunden eine Live-Chat-Session mit einem Vertreter des Kundendienstes beginnen können.
Das Internet hat durch seine Beschaffenheit eine globale Reichweite. Daher kann ein Verkaufsangebot von Produkten oder Dienstleistungen eine Antwort aus einem beliebigen Teil der Welt bewirken. Vielen Unternehmen ist es nicht gelungen, die Anforderungen für die Lieferung in weitentfernte Märkte vorauszusehen, nicht nur, was die Transportmöglichkeiten, sondern auch die Zeitverzögerung anbelangt. Die bestehenden nationalen und internationalen Vertriebsnetze, einschließlich der Postdienste, sollten geprüft werden, um dann geeignete Vereinbarungen zur Belieferung aller Kunden zu finden.
Die elektronische Beschaffung (E-Purchase) bezieht sich insbesondere auf den Kauf unter Nutzung der Internet- oder Intranettechnologie. Während der Bereich der Beschaffung von Materialien der direkten Produktion oft mit ERP-Anwendungen (Enterprise Resource Planning, System der Hilfsmittelplanung für Unternehmen) automatisiert ist, gibt es bei der Beschaffung der Materialien, die nicht zur direkten Produktion gehören, bislang wenig Automatisierung. Heute können durch neue Internettechnologien und -standards erhebliche Kosten eingespart werden.
Waren außerhalb des Produktionsbereiches, wie Bürobedarf und –materialien, IT-Infrastruktur usw. und Käufe für Wartung, Reparatur und Arbeitsprozesse, stellen ein Drittel der Ausgaben des Unternehmens dar. Fast 95 Prozent davon werden unter Nutzung der traditionellen Prozesse auf Papierbasis eingekauft. Die Kosten für diesen Einkauf liegen dabei oft über dem Preis des eingekauften Produktes.
Die Unternehmen bemühen sich derzeit, mit der elektronischen Beschaffung ihre Verwaltungskosten zu senken, die Abwicklung zu verbessern und nicht genehmigte Käufe zu reduzieren. Die Nutzung von Methoden der elektronischen Beschaffung kann auch zu neuen Lieferquellen und niedrigeren Preisen führen.
In Abhängigkeit vom Hersteller und Verwalter der Produktkataloge zeichnen sich drei Modelle der elektronischen Beschaffung ab:
Die Entscheidung von DaimlerChrysler, General Motors und der Ford Motor Company, eine gemeinsame Beschaffungsplattform einzurichten, zeigt, warum die Trends für das marktplatzbezogene Modell sprechen. In der Pressemitteilung, in der die Initiative angekündigt wurde, äußerte der Vorstandschef von General Motors, G. Richard Wagoner: "Während wir weiterhin unsere getrennten Websites für den Datenaustausch aufbauten, stellten wir schnell fest, dass einzelne allein stehende Modelle keine Gewinn bringende Strategie sind (…). Indem wir uns zusammenschließen, können wir die Umsetzung beschleunigen, und alle Beteiligten werden die Vorteile schneller nutzen. Wir freuen uns über die Möglichkeit, auf etwas aufzubauen, das jeder von uns getrennt begonnen hat und den besten Handelsaustausch in der Welt zu schaffen." Die Initiative ist für andere Automobilhersteller und -zulieferer offen, und es ist zu erwarten, dass sie zum größten virtuellen Marktplatz der Welt wird.
Ähnliche Initiativen wurden in der Raumfahrtindustrie und im Einzelhandel angekündigt. Durch die Zusammenlegung ihrer Kräfte hoffen traditionelle Offline-Unternehmen, mit den Internet-Startup-Unternehmen konkurrieren und in der neuen, auf dem Netz basierenden Wirtschaft überleben zu können.
Der Entwurf und Aufbau von Websites ist eine schwierige Aufgabe, wenn sie gut gemacht werden soll. Klarheit, Qualität und Funktionalität sind für Ihre Online-Präsentation ausschlaggebend. Websites müssen professionell und ansprechend aussehen und eine Qualität aufweisen, die dem Unternehmen, das sie darstellen, entspricht.
Websites müssen weiterhin korrekt, zuverlässig und logisch funktionieren. Das Surfen in den Websites muss einfach und einladend sein. Machen Sie es nicht so schwer, sich auf Ihrer Site zurechtzufinden oder dort Geld auszugeben, wenn dies Ihr Ziel ist. Bemühen Sie sich, Ihren Besucher aktiv werden zu lassen, eine Anfrage zu stellen, weitere Informationen anzufordern oder eine Bestellung aufzugeben.
Internet Service Provider
Ins Internet gelangt man auf verschiedene Weise. Früher benutzte man dazu akademische Netzwerke, wobei die Verbindung über einen Bekannten hergestellt wurde, der schon über einen Internetzugang verfügte. Mit zunehmender Popularität des Internets ist aber auch die Wirtschaft in diesen Markt eingestiegen. Die ersten Service Provider konzentrierten sich noch auf die Bereitstellung der Verbindung, die Weiterschaltung und die Durchsatzkapazität auf Internetniveau (d.h. auf die reine Verbindung). Durch die Entstehung der Web Service Provider sind inzwischen aber Host Services, also Anbieter mit einem hohen Anteil lokaler Webinhalte wie z.B. America Online (AOL) oder Compuserve weit verbreitet. Die Bereitstellung so genannter Portale (Eingangsseiten für Webdienste) gilt mittlerweile bei vielen als eines der lukrativsten Marktsegmente im Internetgeschäft. Obwohl der Begriff ISP statt der reinen Verbindung immer mehr Host-Dienstleistungen beinhaltet, dürften diese für große Unternehmen nicht unbedingt den idealen Zugang zum Internet darstellen.
Ein Internet Service Provider (ISP) ist ein Unternehmen, das Nutzern direkten Zugang zum Internet bietet, und zwar entweder über gemietete oder gekaufte Direktanschlüsse oder über Telefoneinwahlverbindungen. In der Regel bietet der ISP weit mehr als nur den Einstieg in ein Netz, angefangen von der Bereitstellung einer einfachen Mailbox über Datenverwaltung bis hin zu einer breiten Palette von Informations-, Kommunikations-, Geschäfts- und Dienstleistungsseiten. Will man ins Netz, egal ob als aktiver oder passiver Partner, ist dafür eine bestimmte Vereinbarung mit einem oder mehreren Service Providern erforderlich. Welchen ISP man wählt, hängt vom Standort und von Art und Umfang des gewünschten Service ab.
Die Verbindung zwischen einem lokalen Standort und dem ISP erfolgt normalerweise über einen Telefonkommunikationsanbieter. Je nach erforderlicher Geschwindigkeit, mit der die Verbindung hergestellt wird, und je nach Übertragungsbandbreite wählt man sich entweder ein oder mietet sich einen speziellen Anschluss. Obwohl die meisten potenziellen Internetnutzer schon Kunden eines Telekommunikationsanbieters sind, kann das Angebot auf dem nichtregulierten Markt heutzutage zu Verwirrung führen. Im Folgenden beschreiben wir die allgemeinen Anforderungen an externe/Drittdienstleister. Wünschen Sie weitere Informationen, sollte der gewählte ISP Ihnen Ratschläge und Unterstützung liefern.
Bei Netzknoten-Diensten im Internet sollte darauf geachtet werden, dass Hilfe rund um die Uhr, also auch bei Problemen ersten und zweiten Grades erreichbar ist. Je nach Geschäftsart und Standort kann oder will das Unternehmen diesen Service vielleicht nicht ständig in ausreichendem Maße bereitstellen. Gründe könnten Sprachbarrieren, Arbeitszeitbegrenzungen oder regionale Verordnungen sein. Dann kann man mit dieser Rund-um-die-Uhr-Dienstleistung natürlich auch Dritte beauftragen.
Sprache und Kultur: Hindernisse für den elektronischen Geschäftsverkehr oder ein Vorteil für die Händler vor Ort?
In den meisten Diskussionen um den elektronischen Geschäftsverkehr werden die "Globalität" der elektronischen Märkte und die niedrigeren Kosten betont, die erforderlich sind, um Kunden auf der ganzen Welt zu erreichen. Das Internet hat den Ausdruck "Die Welt ist ein Dorf" wahr gemacht. Verbraucher lernen auf diesem Wege auf der ganzen Welt Händler kennen und machen Geschäfte mit ihnen.
Andererseits beklagen Analytiker immer wieder, dass Europa aufgrund seiner sprachlichen, kulturellen und rechtlichen Zersplitterung hinter den USA zurückbleibt.
Obwohl Europas kulturelle Vielfalt für den elektronischen Geschäftsverkehr durchaus als "Hindernis" oder zumindest als für die Durchsetzung des E-Commerce verlangsamendes Moment verstanden werden kann, glauben wir, dass sie für die Unternehmen vor Ort gleichzeitig auch eine "Chance" oder ein "Vorteil" im Wettbewerb mit weit entfernten Web-Unternehmen ist.
Unternehmen, die nur über das Internet agieren (wie z.B. Amazon, das vor wenigen Jahren noch nicht existierte und heute Bücher in mehr als 150 Länder verkauft), standen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Aber mittlerweile erkennen die Analytiker, dass auch regional agierende Unternehmen eine wichtige Rolle spielen können. Sie sind in der Lage, bei den Wünschen des Kunden nach Lieferung am gleichen Tag, nach vertrauten Marken oder Kundendienst anzugreifen, die für global oder sogar für national agierende Händler im elektronischen Geschäftsverkehr eine Herausforderung darstellen.
Natürlich können lokale Unternehmen auch von der Eroberung ferner Märkte profitieren, aber kleinere Firmen verfügen meist nicht über die Geschäftsstrukturen, um fernen Kunden einen zufrieden stellenden Service zu bieten. Außerdem fehlen ihnen meist Mittel und Fähigkeiten, um die heutzutage im Web üblichen aufwendigen, in hohem Maße interaktiven Websites zu erstellen.
Statt ferne Kunden anzulocken, sollten lokale Händler das Web viel mehr nutzen, um auf ihre real existierenden Läden aufmerksam zu machen und den Kunden vor Ort besseren Service zu bieten. Diese Strategie hat mehrere Vorteile (1):
Ein Unternehmer vor Ort, der sein Geschäft durch eine aufwendige Website ergänzt, dürfte gegenüber einem fernen Online-Unternehmen einen strategischen Vorteil besitzen.
Kulturelle Überlegungen sind aber nicht auf den Standort des Unternehmens und/oder seine Aktionäre begrenzt. Kultur reicht weit über die Sprache hinaus. Sie bestimmt, wie Menschen leben und arbeiten und beeinflusst damit auch ihre Reaktion auf ein Angebot aus dem E-Commerce. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollte nach den besten Wegen gesucht werden, um das eigene Angebot auf verschiedenen Märkten darzustellen. Das kann durchaus regionale Kenntnisse erfordern. Passen Sie Ihr Material an, ,denken sie lokal’!
(1) Quelle: Steinfield C., Whitten P. Community Level Socio-Economic Impacts of Electronic Commerce. Journal of Computer Mediated Communication. Dezember 1999
Um im Internet erfolgreich zu sein, bedarf es verstärkter Zugriffe und erhöhter Verkaufszahlen. Wirkungsvolle Werbung und effektives Marketing für Ihre Website werden Ihnen dabei helfen. Sie sollten sich überlegen, wie die neue Internetadresse kostengünstig und einfach über bereits genutzte Medien wie z.B. Handzettel und Zeitungsinserate verbreitet werden kann. Außerdem sollten Sie bei Ihrer Website darauf achten, dass die Nutzung von Suchmaschinen beste Ergebnisse liefert. Richten Sie sie so ein, dass sie über eine Suchmaschine leicht zu finden ist, denn auf diesem Wege finden die meisten Menschen Zugang. Es muss Ihr Bestreben sein, Ihre Website unter den ersten 10 bis 30 Einträgen zu finden, die der Nutzer aufgelistet bekommt. Dazu müssen Sie Ihre Website bei den einzelnen Suchmaschinen registrieren lassen. Es gibt jedoch auch Anbieter, die Ihre Website bei verschiedenen Suchmaschinen anmelden. Denken Sie auch einmal über Bannerwerbung auf anderen Websites mittels Bannertauschdiensten nach.
Nutzer können wie folgt erreicht werden:
Sowohl Kunde als auch Händler bestimmen die Auftragsbedingungen, unter denen sie bereit sind, einen elektronischen Geschäftsprozess auszuführen. Es gibt verschiedene Bestellmethoden, wie z.B. die Wahl fester Auftragsbedingungen aus einem Katalog, die Bestellung eines bestimmten Produktes oder das Ersteigern bei einer Auktion.
Die Bestellphase kann in folgende Schritte unterteilt werden:
Die Zahlung oder Begleichung finanzieller Ansprüche wird in einer modernen Gesellschaft über den Austausch eigentlich wertloser Symbole geregelt, die vom Vertrauen in diese Gesellschaft abhängen. Vertrauen ist jedoch nur eine Wahrnehmung und daher weder absolut noch unbegrenzt.
Der elektronische Geschäftsverkehr bedient sich wie beim traditionellen Austausch von Wertsymbolen ähnlich wertloser elektronischer Symbole, die über große Entfernungen ausgetauscht werden können, ohne dass sich die Parteien überhaupt treffen. Die Akzeptanz der verschiedenen elektronischen Wertsymbole oder Zahlungsmittel hängt auch vom Vertrauensverhältnis der beteiligten Parteien ab.
Zahlungsszenarios
Im Geschäftsverkehr gibt es folgende Zahlungssituationen, die in der Reihenfolge ihrer Komplexität aufgeführt sind:
einem dem Kunden unbekannten Einzelhandelsunternehmen und einem neuen Kunden, Parteien, die vor der Rechnungsbegleichung eine Zahlungsgarantie fordern.
Zahlungsmethoden zwischen vertrauten Parteien
Die Zahlung zwischen Parteien, die untereinander bereits ein akzeptables Vertrauensverhältnis aufgebaut haben, ist die einfachste Variante. Dies ist i.d.R. bei Wiederholungsgeschäften der Fall, wo das gegenseitiges Vertrauen schon über einen mündlichen oder schriftlichen Vertrag geregelt ist. Da gegenseitiges Vertrauen allerdings nur selten 100%ig ist, müssen bei der Zusammenarbeit für die Verpflichtungen jeder Partei Grenzen und Kontrollmechanismen festgelegt werden. Die tatsächliche Zahlung zwischen den Parteien kann nach Bedarf auf dem Wege einer normalen Überweisung erfolgen.
Zahlungsmethoden zwischen einer vertrauten und einer unbekannten Partei
Die Zahlung zwischen Parteien, von denen nur eine der anderen traut, ist ein unsymmetrisches Verhältnis. Die vertraute Partei bietet eine Garantie und kann damit die Zahlung vor Lieferung der Waren fordern. Diese Situation ist z.B. dann gegeben, wenn ein Händler sich in der Öffentlichkeit einen bestimmten Bekanntheitsgrad und Ruf erworben hat und seine Kunden ihm daher ausreichend Vertrauen entgegenbringen. Sie übermitteln ihre Kreditkartendaten per Telefon und vertrauen aufgrund des Rufes, den der Händler genießt, darauf, dass diese Informationen nicht missbraucht werden.
Neben den mittlerweile üblichen Kreditkarten wie Visa oder Mastercard gelangen gerade andere elektronische Geldbörsensysteme auf den Markt, die in Netzwerken eingesetzt werden können. Beispiele dafür sind das in belgischen Geschäften funktionierende Proton-Geldkartennetz, das über eine besondere Box vom heimischen PC aus genutzt werden kann, sowie das Mondex-System in Großbritannien.
Zahlungsmethoden zwischen zwei unbekannten Parteien
Der elektronische Geschäftsverkehr öffnet vielen Unternehmen die Tür zu entfernten Märkten, unabhängig von Größe und Standort. I.d.R. verfügen diese Unternehmen über keinen bestimmten Ruf, weder gut noch schlecht, sondern sind einfach unbekannt (d.h. sie haben keinen gängigen Namen). Unbekannte Parteien müssen geschäftliche Beziehungen eingehen, ohne einander zu kennen. Für den elektronischen Geschäftsverkehr müssen sie normalerweise auf einen vertrauenswürdigen Dritten zurückgreifen. Dieses Phänomen ist nicht neu, stellt aber eine Erweiterung dieser Dienstleistungen im traditionellen Handel dar. Ein Beispiel für die Nutzung im E-Commerce ist z.B. der elektronische Aalsmeer Blumenauktionsmarkt, bei dem die Marktbehörde als zwischengeschaltete, vertraute Drittinstanz fungiert.
Seit jeher hängt sogar der örtliche Handel von Regierungen als vertrauter Drittinstanz ab, wenn es um das Drucken des Geldes und die Prägung der Münzen geht, die wir als Zahlungsmittel im Alltag verwenden.
E-Cash
E-Cash oder elektronisches Bargeld ist ein allgemeiner Begriff, der für zwei Modelle steht. Die erste Variante ist online (eingeführt von DigiCash). Damit können alle Arten von Transaktionen im Internet getätigt werden. Die andere Variante ist offline; wesentliche Voraussetzung ist hier eine digital verschlüsselte Karte mit eingespeichertem Geldwert, auch Chip- oder Geldkarte genannt, die bei vielen dieser Transaktionen genau wie Bargeld verwendet wird. Die Offline-Variante (die auch online einsetzbar ist) wird derzeit in Großbritannien von Mondex und im übrigen Europa von anderen Unternehmen getestet.
Die Hauptfunktion von Online-E-Cash besteht darin, Transaktionen im Internet zu erleichtern. Viele dieser Geschäfte sind von so geringem Umfang, dass sich die Nutzung anderer Zahlungsmittel wie Kreditkarten nicht lohnt. So kostet in Zukunft bei bestimmten Websites der Besuch z.B. 10 Cent oder das Downloaden einer Grafikdatei 25 Cent. Diese Beträge erfordern Zahlungsmittel, die einfach, günstig (aus der Sicht des Händlers), persönlich und sicher sind.
Offline-E-Cash soll einmal das Klein- oder Wechselgeld ersetzen, das die meisten Menschen für kleinere Geschäfte (z.B. eine Zeitung, eine Tasse Kaffee, einen Parkschein usw.) mit sich herumtragen müssen.
Wer Online-E-Cash verwendet, lädt sich über spezielle Software elektronisches Geld von seinem Bankkonto herunter und speichert es auf seiner Festplatte. Um einen Händler im Internet elektronisch zu bezahlen, schickt man ihm dann mit dieser Software den gewünschten Betrag über eine E-Cash-Bank, die die Authentifizierung übernimmt, aus der eigenen elektronischen Geldbörse auf seine Festplatte ("Geldbörse"). Der Händler kann dann wiederum seine Rechnungen mit diesem E-Cash begleichen oder den Betrag auf das eigene Bankkonto überweisen. Die E-Cash-Unternehmen erhalten bei jeder Transaktion einen bestimmten, sehr geringen Betrag vom Händler und Lizenzgebühren von den Banken, die ihre Kunden gegen eine geringe Gebühr mit E-Cash-Software oder Hardware ausstatten. Bei Geschäften zwischen Privatpersonen wird keine Gebühr fällig.
Es ist eher unwahrscheinlich, dass E-Cash das Papiergeld in nächster Zeit ersetzt. Da die Nutzung von Offline-E-Cash besondere Hardware erfordert, werden zwar viele, aber dennoch nicht alle Menschen Zugang dazu haben. E-Cash ist aber eine besondere Herausforderung für die existierenden "Mittler" der heutigen Papiergeldgesellschaft. Die Aufgabe der Banken und anderen Finanzdienstleistern wird sich mehr und mehr auf das Speichern und Verleihen von Geld bzw. auf das Bearbeiten und Überprüfen elektronischer Geschäfte beschränken.
Die Nutzung von Kredit- und Geldkarten
Traditionelle Kredit- oder Geldkarten sind hinsichtlich der finanziellen Sicherheit aussagekräftiger, und es existiert bereits eine breite Akzeptanz dieser Produkte unter Händlern. Im Augenblick ist die Umsetzung dieser Zahlungsmethoden für den Händler wahrscheinlich am einfachsten und kostensparendsten zu erreichen, wenn sein Produkt nicht im extremen Niedrigpreisbereich angesiedelt ist. In dem Falle sollte sich der Händler eher auf die neuen Mikrozahlungsprodukte auf dem Markt wie z.B. Beenz (
www.beenz.com) konzentrieren.Beenz sind ein Beispiel für eine Online-Währung. Sie sind mit Treuepunkten vergleichbar und können bei einer kleinen Anzahl von Händlern "ausgegeben" werden. Sie werden i.d.R. als Belohnung für den Besuch von Websites vergeben.
Nach Geschäftsabschluss gelten für die Kunden im elektronischen Geschäftsverkehr die gleichen Regeln wie für diejenigen, die auf herkömmlichem Wege einkaufen. Die Lieferung muss pünktlich erfolgen, und es müssen Maßnahmen existieren, damit einer Nichtlieferung nachgegangen werden kann. Geschehen Lieferung und Nachprüfung bei Nichtlieferung auf elektronischem Wege, so kann dies Kosten sparen. Manchmal sind auch Erstattungen erforderlich. Bei Kreditkartenunternehmen existieren dafür ,Chargeback’-Maßnahmen. Es gibt die Möglichkeit, den Kunden über E-Commerce online zu betreuen: Dieser einfache, schnelle und direkte Kontakt zum Kunden ist einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg der Geschäftsbeziehung, egal ob zwischen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen (B-A), zwischen Unternehmen (B-B) oder zwischen Unternehmen und Verbraucher (B-C).
Kundenbetreuung und Pflege der Beziehungen sind unerlässlich und gestatten dem Unternehmen gleichzeitig, sich einen Überblick über Kundentreue und -zufriedenheit zu verschaffen sowie eine langfristige Beziehung aufzubauen.
Rechtsfragen
Mit dem Wachstum der Internetbranche erhöht sich der Bedarf an Rechtsgutachten im Bereich des elektronischen Geschäftsverkehrs und verlangt nach einer stärkeren Integration der E-Commerce-Praxis in das allgemeine Gesellschaftsrecht.
Der stetige technologische Fortschritt stößt an die Grenzen des bestehenden Rechtsrahmens und regt Bemühungen an, das rechtliche Umfeld zu erneuern, um der spezifischen Dynamik der neuen Technologie gerecht zu werden. Ohne die immer stärkere Nutzung fortgeschrittener Technologien, einschließlich des elektronischen Geschäftsverkehrs, zum Beispiel im Bankwesen, hätte es nie einen wirklichen Anlass für diese rechtlichen Veränderungen gegeben. Die schnelle technologische Sogwirkung des elektronischen Geschäftsverkehrs führte zur Verbreitung einer Fülle von Informationen über alle Aspekte von Online-Geschäften und warf damit viele Fragen in Verbindung mit der Nutzung dieser Informationen auf. Hauptproblembereiche sind Datenschutz und geistiges Eigentum, und zweifellos wird die kontinuierliche Einführung von neuen Technologien in größerem Umfang Rechtsstreitigkeiten und Rechtsvorschriften im Zusammenhang mit dem Schutz der Privatsphäre hervorbringen.
Obwohl man das Internet auch als nur einen weiteren Absatzweg verstehen kann, ist der neue "online"-spezifische Aspekt der Geschäftstätigkeit nicht von ordnungsrechtlichen und Konformitätsanforderungen befreit. Die neu entstehenden Online-Unternehmen müssen sich der Rechtsproblematik im Handel mit Internetfirmen stellen, die zuvor noch nie mit einem Geschäftspartner zu tun hatten, der starken Regulierungen unterworfen ist, wie zum Beispiel einem Finanzinstitut. Während alle Aspekte des "Online-Gehens" über externe Vertragspartner zu regeln sind, muss zum Beispiel eine Bank ihre aufsichtsrechtlichen und Konformitätsauflagen weiter erfüllen.
Der elektronische Geschäftsverkehr verändert derzeit die Art und Weise der Geschäftstätigkeit in vielen Branchen weltweit, und die Rechtspraxis verändert sich ebenfalls, um den gesetzlichen Anforderungen dieser Unternehmen zu entsprechen. So entwickelt sich der elektronische Geschäftsverkehr rasch zu einer zunehmend wichtigen Komponente der allgemeinen Gesellschaftsrechtspraxis. Um diese Herausforderung der Rechtsberatung für die meisten Branchen anzunehmen, müssen erfolgreiche "E-Commerce-Anwälte" unabhängig von der Technologie die Risiken und das Gefahrenpotential für ihre Klientel minimieren und deren Chancen maximieren. Nicht nur die Hightechindustrie bedient sich heute des elektronischen Geschäftsverkehrs. E-Commerce wurde zu einer entwicklungsfähigen, Einkommen schaffenden Geschäftsoption. Die einzige Unsicherheit liegt in der Richtung, die unsere Gesetzgebung künftig einschlagen wird, um das Wachstum dieser Branche zu gewährleisten.
Ob es nun ein Glücksfall ist oder nicht: Der elektronische Geschäftsverkehr ist ein Minenfeld offener Rechtsprechung mit nur wenigen Präzedenzfällen. So ist noch immer nicht klar, wie sich nationale und internationale Gesetze auf das Internet und die damit verbundenen, schnell entstehenden Arten der Geschäftstätigkeit auswirken. Aufgrund dieser Unsicherheit ist es einleuchtend, dass Unternehmen, die ihre Geschäfte im Internet abwickeln, rechtlichen Beistand benötigen und die Rechtsprechung für den elektronischen Geschäftsverkehr in vielen neuen und traditionellen Wirtschaftszweigen eine beherrschende Praxis werden wird.
Die Rechtsprechung für den elektronischen Geschäftsverkehr beruht auf der Anwendung von traditionellen handelsrechtlichen Disziplinen. Bei den meisten Online-Unternehmen handelt es sich um traditionelle Unternehmen mit erfolgreichen Online-Vermarktungsstrategien. Das Recht im E-Commerce ist ein interdisziplinärer Bereich, der herkömmliche Begriffe wie Verträge, Unternehmen, geistiges Eigentum und andere Fachbereiche beinhaltet. Die Überprüfung, Analyse und Erstellung von Verträgen im elektronischen Geschäftsverkehr - mit Software-Lizenz-, Vermarktungs-, Wartungs- und Beratungsvereinbarungen bis hin zu Website-Lizenzvereinbarungen, Vereinbarungen über Vertraulichkeit und Nichtoffenbarung - sind ebenso von großer Bedeutung.
Neue E-Commerce-Unternehmen sollten sich bewusst sein, dass, obwohl nationale Regierungen allmählich ihre eigenen gesetzlichen Rahmen in diesem Zusammenhang entwickeln, eine europaweite oder gar globale Angleichung bisher nur in geringem Maße besteht. Es deutet wenig darauf hin, dass die Untersuchung der Rechtssituation in 15 Ländern mit fast ebenso vielen Sprachen für diejenigen, die sich in den elektronischen Geschäftsverkehr begeben, kostengünstig ist. Rechtliche Beratung ist teuer und sichert überdies nicht unbedingt juristische Konformität und könnte Investitionen in neue elektronische Geschäftsmöglichkeiten im Wege stehen.
Die Rechtsberatung für KMU muss nicht zwangsläufig von E-Commerce-Fachleuten erbracht werden. Die meisten Rechtsberater verfügen mittlerweile über Kenntnisse in allgemeinen Fragen und sind imstande, kleinere Unternehmen entsprechend zu beraten.
Künftige Entwicklungen / Tendenz der Erweiterung
Die neuen Entwicklungen in der Gesetzgebung tendieren zu der Unternehmenspraxis, wonach das gegenwärtige Handelsrecht einfach erweitert wird, um es mit dem elektronischen Geschäftsverkehr in Einklang zu bringen. In diesem Zusammenhang ist die EU-weite Angleichung ein wichtiger Aspekt.
Das Konzept der Ausweitung ist sehr wichtig, um die Rolle der bestehenden und voraussichtlichen Rechtsvorschriften der EU zu verstehen. Neue Rechtsvorschriften zielen vermutlich auf die Ausdehnung des allgemeinen Handels ab, um darin den elektronischen Geschäftsverkehr einzubeziehen. Dies umschließt die gesetzliche Akzeptanz von elektronischen Urkunden, die Beseitigung von Grenzhindernissen innerhalb der EU und einen verbesserten Verbraucherschutz. Es ist sinnvoll, den Binnenmarkt um den elektronischen Geschäftsverkehr zu erweitern und die traditionelle Verteilung der administrativen Zuständigkeit in öffentlichen Verwaltungen und Regierungen zu vergleichen.
Es gibt ferner verschiedene Bestrebungen auf internationaler Ebene, einen globalen Konsens über Kernfragen im Rechtsbereich zu erzielen, wie den Global Business Dialogue. Auch auf die OECD-Ministererklärungen vom Oktober 1998 sei hingewiesen.
Geistige Eigentumsrechte und Urheberrechte
Die digitale Technologie, die in unserem Alltag vor allem durch den Gebrauch des Internet immer weitere Verbreitung findet, ermöglicht jedermann das Anfertigen von Kopien eines Original-"Dokuments" jeder Art, sodass das Duplikat absolut identisch mit dem Original ist. Alle weiteren Nachbildungen sind ebenfalls identisch.
Somit ist es für jedermann, ob beabsichtigt oder nicht, sehr einfach, gegen geistige Eigentumsrechte zu verstoßen, etwa durch das Herunterladen von Inhalten Ihrer Site, durch deren Weiterverarbeitung nach Änderung der "header" (Kopfzeilen mit dateispezifischen Informationen) oder durch die Vervielfältigung Ihrer Information/Ihres Textes, Kopien Ihrer Veröffentlichung(en) usw.
Das heißt, jedes Mal, wenn Sie etwas zwecks eigener geschäftlicher Vorteile eingeben - eine Idee, Software, Information, Bild im Web - ergibt sich eine Gefahr für Ihr Eigentum. Ihre Rechte (Urheberschaft und geistiges Eigentum) sind daher schutzbedürftig.
Die rechtliche Betrachtung dieses Punktes ist interessant, da eine ausgewogene Lösung gefordert ist, um für die legale Nutzung des Eigentums anderer einen Ausgleich zu schaffen. Viele Organisationen und Regierungen beschäftigen sich derzeit mit diesem Thema. Die WIPO (Weltorganisation für geistiges Eigentum) arbeitet an einer weltumspannenden Harmonisierung der diesbetreffenden Rechtsvorschriften. Die Europäische Gemeinschaft hat eine einschlägige Richtlinie veröffentlicht, aber es besteht noch immer internationaler Harmonisierungsbedarf.
Wenn ein Unternehmen beabsichtigt, mit Hilfe des Internet eine eigene elektronische Geschäftsaktivität ins Leben zu rufen, muss es sichergehen, dass es einerseits über einen hinreichenden Schutz der Urheber- und geistigen Eigentumsrechte verfügt und andererseits keine Verstöße gegen andere Rechte begeht.
Die Richtlinie über den Schutz personenbezogener Daten (95/46/EG) ist am 25. Oktober 1998 in Kraft getreten. Sie führt einen verständlichen und verlässlichen Rechtsrahmen ein, um ein hohes Schutzniveau für die Privatsphäre natürlicher Personen in allen Mitgliedstaaten und für den freien Verkehr von personenbezogenen Daten in der Europäischen Union zu gewährleisten. Durch die Stärkung des Vertrauens der Verbraucher und die Minimierung der Unterschiede zwischen den Datenschutzregeln der Mitgliedstaaten dient die Richtlinie dem Ziel, die Entwicklung des elektronischen Geschäftsverkehrs zu erleichtern. Mit der Richtlinie werden außerdem Bestimmungen eingeführt, die sicherstellen, dass personenbezogene Daten in dann in Länder außerhalb der EU gelangen, wenn der weitere Datenschutz sichergestellt ist. Dadurch soll eine Aushöhlung der strengen Datenschutzstandards verhindert werden, die im Zuge der Richtlinie EU-weit einzuführen sind.
In den meisten Ländern Europas bildet der Schutz personenbezogener Daten einen Verfassungsgrundsatz, und das Recht auf Privatsphäre ist in der Europäischen Menschenrechtskonvention (Artikel 8) verankert. Bis heute jedoch behindern unterschiedliche innerstaatliche Datenschutzgesetze den Austausch personenbezogener Daten zwischen Mitgliedstaaten. Die Richtlinie legt daher gemeinsame Regeln fest, die von allen zu beachten sind, die personenbezogene Daten im Rahmen ihrer wirtschaftlichen oder Verwaltungstätigkeit oder im Verlauf der Tätigkeiten ihrer Vereinigung sammeln, aufbewahren oder weitergeben. Personenbezogene Daten dürfen nur für angegebene, ausdrückliche und gesetzliche Zwecke und für ihre Überprüfung auf Stichhaltigkeit, Genauigkeit und Aktualität gesammelt und bearbeitet werden.
Rechte der betroffenen Personen
In der Richtlinie wird den betroffenen Personen eine Reihe bedeutender Rechte zugestanden; sie können sich an unabhängige innerstaatliche Stellen wenden, falls sie der Auffassung sind, dass ihre Rechte nicht geachtet werden. Diese Rechte beinhalten Angaben über die Herkunft der in Verbindung mit ihrer Person erhobenen Daten (soweit diese Informationen verfügbar sind), die Identität der Daten verarbeitenden Organisation und den Zweck einer solchen Verarbeitung. Darüber hinaus ist ein Recht auf den Zugang der betroffenen Personen zu den personenbezogenen Daten vorgesehen, ein Recht auf Berichtigung von personenbezogenen Daten, die sich als ungenau erweisen, und das Recht, die Nutzung der über sie erhobenen Daten unter bestimmten Umständen zu verweigern oder zu genehmigen.
Für sensible Daten, etwa solche über die ethnische oder rassische Herkunft, politische oder religiöse Überzeugungen, Gewerkschaftszugehörigkeit, oder Daten über Gesundheit oder Sexualleben, legt die Richtlinie fest, dass solche Angaben nur auf ausdrückliche Zustimmung der betroffenen Person verarbeitet werden dürfen.
In dem besonderen Fall, dass personenbezogene Daten ausschließlich für journalistische, künstlerische oder literarische Zwecke genutzt werden, sind die Mitgliedstaaten gemäß der Richtlinie verpflichtet, für entsprechende Abweichungen und Ausnahmen zu sorgen, um das Recht auf freie Meinungsäußerung mit dem Schutz des individuellen Rechts auf Privatsphäre in Einklang zu bringen.
Datenströme in Nicht-EU-Länder
Für Fälle, in denen Daten in Nicht-EU-Länder übermittelt werden, beinhaltet die Richtlinie Bestimmungen mit dem Ziel, eine Umgehung der EU-Vorschriften zu verhindern. Die Grundregel lautet, dass Daten in ein Nicht-EU-Land nur übermittelt werden dürfen, wenn dort ein angemessener Schutz dieser Daten besteht.
Solche Bestimmungen sind mit dem Allgemeinen Abkommen über den Dienstleistungsverkehr (GATS, Artikel XIV) vereinbar, wonach der Schutz personenbezogener Daten als berechtigter Grund für die Einschränkung des freien Dienstleistungsverkehrs anerkannt wird. Der Vorteil für Nicht-EU-Länder mit angemessenem Datenschutz liegt darin, dass dadurch der freie Datenfluss aus allen 15 EU-Staaten sichergestellt wird, während bisher jeder Mitgliedstaat über solche Fragen getrennt entschieden hat.
Die Angemessenheit von Datenschutzvorkehrungen bei Datenübermittlungen an Nicht-EU-Länder wird fallspezifisch geprüft. Angemessenheit ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit der Anwendung von Rechtsvorschriften, die denen der EU-Richtlinie entsprechen.
Alternative Systeme, wie zum Beispiel freiwillige Vereinbarungen der Industrie oder verbindliche Vertragsklauseln zwischen den an der Datenübermittlung beteiligten Parteien können als angemessen gelten, wenn sie wirksam angewandt werden und den betroffenen Personen hinreichenden Rechtsschutz, einschließlich Rechtsbehelfen, anbieten. Sind die mit dem Datenschutz beauftragten Stellen eines Mitgliedstaats der Auffassung, dass eine bestimmte Datei mit personenbezogenen Daten im Falle der Übermittlung an ein Nicht-EU-Land keinen angemessenen Schutz erfährt, können sie entsprechend der Richtlinie die einzelne Datenübermittlung, nicht aber alle Datenübermittlungen an das betreffende Land blockieren. In einem solchen Fall wären die innerstaatlichen Kontrollstellen verpflichtet, die Kommission in Kenntnis zu setzen, die wiederum alle anderen Mitgliedstaaten unterrichten würde. Gelangen die Kommission und alle anderen Mitgliedstaaten zu dem Urteil, dass die Entscheidung gerechtfertigt ist, dehnt die Kommission sie auf die gesamte EU aus.
Andernfalls würde die Entscheidung gekippt. Mit anderen Worten: Eine Entscheidung, eine Datenübermittlung an Nicht-EU-Länder zu sperren, gilt entweder EU-weit oder gar nicht. Ein Ausschuss aus Vertretern der Mitgliedstaaten, der gemäß der Richtlinie (Artikel 31) eingesetzt wird, befasst sich mit Fragen, die im Zusammenhang mit Datenübermittlungen an Drittländer entstehen.
Die Kommission steht mit einer Reihe von Nicht-EU-Ländern in ständigem Kontakt, um Wege zu prüfen, mögliche Unterbrechungen des Austauschs von personenbezogenen Daten zu unterbinden.
Umsetzung
Bis 29. März 2000 ist die Richtlinie von Belgien, Spanien, Griechenland, Italien, Österreich, Portugal, Schweden, Finnland und dem Vereinigten Königreich umgesetzt worden.
Dänemark, Deutschland, Frankreich, Irland, Luxemburg und die Niederlande unternehmen derzeit noch Anstrengungen, um der Richtlinie nachzukommen (die Vorlagen sind noch dem Parlament vorzulegen und/oder vom Parlament zu verabschieden...).
In den Mitgliedstaaten, in denen sich noch keine Durchführungsvorschriften in Kraft befinden, sind die betroffenen Personen berechtigt, sich vor inländischen Gerichten auf die Bestimmungen der Richtlinie zu berufen, gemäß der Rechtsprechung des Gerichtshofs (Rechtssache Marleasing, C-106/89, 13.11.90). Darüber hinaus sind betroffene Personen, die aufgrund dessen, dass ein Mitgliedstaat die Durchführung der Richtlinie versäumt hat, einen Schaden erleiden, berechtigt, vor den inländischen Gerichten auf Schadenersatz zu klagen, gemäß der Rechtsprechung des Gerichtshofs in der Rechtssache Francovich (C-6/90 und C-9/90, 19.11.91).
In den nachfolgenden Tabellen ist der Anwendungsbereich ausgewählter Referenzmaterialien und Hilfsmittelquellen zu Rechtsvorschriften zusammengefasst.
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Richtlinie 95/46/EG |
Schutz personenbezogener DatenEinzelheiten der Richtlinie finden Sie unter folgender Adresse: http://europa.eu.int/eur-lex/en/lif/dat/1995/en_395L0046.html |
Die Richtlinie über den Schutz personenbezogener Daten (95/46/EG) ist am 25. Oktober 1998 in Kraft getreten. Ihr Ziel ist die Festlegung eines verständlichen und verlässlichen Rechtsrahmens, um einerseits für die Privatsphäre der Menschen in allen Mitgliedstaaten ein hohes Schutzniveau sicherzustellen und andererseits den freien Verkehr personenbezogener Daten in der Europäischen Union zu gewährleisten. Durch die Stärkung des Vertrauens der Verbraucher und die Minimierung der Unterschiede zwischen den Datenschutzregeln der Mitgliedstaaten zielt die Richtlinie darauf ab, die Entwicklung des elektronischen Geschäftsverkehrs zu erleichtern. Darüber hinaus werden in der Richtlinie Regeln aufgestellt, die sicherstellen, dass personenbezogene Daten an Länder außerhalb der EU nur übermittelt werden, wenn ihr dauerhafter Schutz garantiert ist, um die hohen Schutzstandards, die die Richtlinie in der EU einführt, nicht auszuhöhlen. |
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Richtlinie 99/93/EG |
Richtlinie über gemeinschaftliche Rahmenbedingungen für elektronische SignaturenEinzelheiten der Richtlinie finden Sie unter folgender Adresse: http://europa.eu.int/comm/dg15/eu/media/sign/99-915.htm http://europa.eu.int/comm/internal_market/en/media/sign/Dir99-93-ecDE.pdf |
Die Richtlinie 1999/93/EG vom 13. Dezember 1999 über gemeinschaftliche Rahmenbedingungen für elektronische Signaturen ist am 19. Januar 2000 veröffentlicht worden.Sie zielt darauf ab, die Verwendung elektronischer Signaturen zu erleichtern und zu ihrer rechtlichen Anerkennung beizutragen.In dieser Richtlinie sind elektronische Signaturen definiert als "Daten in elektronischer Form, die anderen elektronischen Daten beigefügt oder logisch mit ihnen verknüpft sind und die zur Authentifizierung dienen".Der elektronische Geschäftsverkehr erfordert einen einfachen Weg der Datenauthentifizierung, die die einzige Methode bildet, das notwendige Vertrauen für Online-Geschäfte herzustellen. Da der elektronische Geschäftsverkehr keine Grenzen kennt, ist dafür Sorge zu tragen, dass die "elektronische Signatur" in den verschiedenen Ländern als Lösung akzeptiert und als solche ungeachtet der Regeln in den einzelnen Ländern anerkannt wird. Die Richtlinie soll daher den Rahmen für ihre Verwendung und Anerkennung und für die Interoperabilität elektronischer Signaturprodukte liefern. Die Richtlinie umfasst ein Verzeichnis der Anforderungen an qualifizierte Zertifikate, Zertifizierungsdiensteanbieter, die qualifizierte Zertifikate ausstellen, sichere Signaturerstellungseinheiten und die sichere Signaturprüfung. |
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(KOM(1999)/427) endg. |
Geänderter Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über bestimmte rechtliche Aspekte des elektronischen Geschäftsverkehrs im BinnenmarktEinzelheiten zu diesem Text finden Sie unter folgender Adresse: |
Dieses Dokument ist eine Änderung des Vorschlags für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates von 1998 (Bezugszeichen 98/0325 (COD)). Der Vorschlag zielt darauf ab, den ersten Text dahingehend zu verbessern, dass das rasche Wachstum des Internet berücksichtigt wird; er beinhaltet Empfehlungen für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie, sofern jedermann Zugang zum Internet hat.Der Vorschlag beinhaltet ferner Betrachtungen zur Entwicklung der Informationsgesellschaft im Hinblick auf die Vorteile für die europäischen Bürger und Wirtschaftskreise im Zusammenhang mit der möglichen Entwicklung öffentlicher Dienstleistungen im kulturellen, erzieherischen und sprachlichen Bereich usw. |
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(KOM (1997)0628) |
Geänderter Vorschlag für eine Richtlinie über Urheberrechte und verwandte Schutzrechte in der Informationsgesell-schaft Einzelheiten zu diesem Text finden Sie unter folgender Adresse: http://europa.eu.int/comm/internl_market/en/intprop/intprop/copy2.htm |
Der neue Text vom 2. Mai 1999 umfasst einen Vorschlag im Hinblick auf die Angleichung und Ergänzung des bestehenden Gemeinschaftsrahmens für Urheberrechte und verwandte Schutzrechte (KOM(1997)0628), um die neuen Herausforderungen der Technologie und der Informationsgesellschaft zum Wohle der Rechtsinhaber und der Nutzer anzunehmen. |
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Richtlinie 97/7/EG |
Verbraucherschutz bei Vertragsabschlüssen im FernabsatzEinzelheiten zu diesem Text finden Sie unter folgender Adresse: |
Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 1997 über Verbraucherschutz, einschließlich bei Vertragsabschlüssen im Fernabsatz, der bereits im traditionellen Fernabsatz angewandt wird und auf den elektronischen Geschäftsverkehr anwendbar ist. |
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Empfehlung Amtsblatt 97/489/EG L 208 – 02.08.1997 |
Empfehlung der Kommission zu den Geschäften, die mit elektronischen Zahlungsinstrumenten getätigt werden (besonders zu den Beziehungen zwischen Emittenten und Inhabern solcher Instrumente)Einzelheiten zu diesem Text finden Sie unter folgender Adresse: http://europa.int.eu/scadplus/leg/en/lvb/124182.htm |
Die Empfehlung der Kommission vom 30. Juli 1997 wurde 1998 im Amtsblatt veröffentlicht. Sie zielt darauf ab, die Beziehung zwischen Emittenten und Inhabern von elektronischen Zahlungsinstrumenten während ihrer Geschäfte zu definieren. |
Sicherung von Internettransaktionen
Die Probleme mit der Sicherheit im Internet sind nicht neu. Tatsächlich messen Netzwerkdesigner und –entwickler diesem Thema bereits seit den Anfängen des Internet in den frühen siebziger Jahren größte Bedeutung bei. Mit der Ausdehnung und zunehmenden Kommerzialisierung des Net änderten sich diese Anforderungen und wurden komplizierter. Im Laufe der Jahre stellten die Internetprotokolle eine Liste von Sicherheitsinstrumenten und –mechanismen bereit, die von der IP-Schicht bis zu Anwendungsschichten reichen. Der bekannteste Sicherheitsmechanismus im Internet ist das Übertragungsprotokoll SSL (Secure Socket Layer), das einen wirksamen und umfassenden Schutz für normale Netzübertragungen bietet. Eine neuere Alternative ist die Verwendung von IPSEC, das einen sicheren Übertragungsrahmen für langfristige Interaktionen bieten soll und ein etwas höheres Sicherheitsniveau als SSL besitzt. Das IPSEC-Protokoll erfordert, dass die Endanschlüsse das IP-Protokoll mit erhöhter Sicherheit ausführen, während die zwischengeschalteten Router (Netzwerkgeräte zum Verbinden von LANs via Internet) oder Switches (Netzwerkverteiler oder "Vermittler") nur das normale IP (ohne die Sicherheitsmerkmale) benötigen.
Eines der größten Sicherheitsprobleme des Internet besteht darin, dass es sich bei vielen Vermittlungsknoten um offen zugängliche Systeme in Forschungszentren oder Hochschulen handelt. Außerdem kann aufgrund des Charakters des Wählsystems nicht garantiert werden, dass die Datenpakete ein und desselben Anschlusses immer den gleichen Weg nehmen (wenngleich die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist). Im Gegensatz dazu hatten nur sehr wenige kommerzielle Benutzer jemals wirkliche Schwierigkeiten mit den analogen oder digitalen Telefonnetzen. Der Grund hierfür war und ist, dass das Vertrauen in die Fernsprechmonopole bzw. öffentlichen Telefongesellschaften dank einer Kombination von gesetzlichen Anforderungen und kommerziellen Verpflichtungen der Unternehmen gegenüber ihren Kunden sehr hoch ist. Diese traditionellen Qualitäten sind nun auch bei vielen entstehenden Internet Service Providern (ISP) zu finden. Deshalb schlussfolgern viele Unternehmen, dass Dienstleistungen sicher(er) gestaltet werden können, wenn die Partner eine Handelsvereinbarung mit weltweit einem einzigen ISP und direkten digitalen oder telefonischen Zugang zu dessen Dienstleistungen haben. Zudem können sich die Geschäftspartner darauf einigen, beidseitig die Datenübertragung über dieses eine ISP-Netz zu sichern. Alternativ können die Partner in einem Vertrag mit dem ISP vereinbaren, dass für ihre Gemeinschaft ein bestimmtes, im voraus festgelegtes Sicherheitsniveau eingerichtet wird. Darüber hinaus ist es möglich, mehr als einen ISP einzusetzen, wenn für die direkten Verbindungen zwischen diesen ISP das gleiche Sicherheitsniveau garantiert werden kann wie für die Dienstleistungen eines Einzelnen. Im allgemeinen braucht man bei der Übertragung von sensiblen Finanz- oder Unternehmensinformationen nur dann besonders vorsichtig zu sein, wenn der Übertragungsweg zwischen zwei Geschäftspartnern unbekannt ist.
Die gleiche Grundregel gilt für Geschäfte im World Wide Web. Hier bemühen sich jedoch die ISP oft um eine Förderung der Geschäfte (speziell der Geschäfte mit Verbrauchern), indem sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Web-Partner entweder im gleichen System angesiedelt ist oder eine direkte Verbindung zwischen seinem System und dem ISP des Kunden besteht. Für den Fall, dass es keine solchen Versicherungen gibt, haben Unternehmen wie SWIFT oder Bolero gesicherte HTTP-Systeme (SHTTP) eingeführt, die mit handelsüblichen Anwendungen arbeiten.
Relativ häufig ist der Inhalt der Datenübertragung zwischen Kunden und Dienstleistungsunternehmen oder Hauptkunden und Lieferanten nicht so sensibel, dass er ständig verschlüsselt werden muss. Normalerweise genügt die digitale Unterschrift, bei der ein Partner seine gesamte Datenübertragung mit einem individuellen Schlüssel signiert. Der Empfänger kann erkennen, dass eine Sendung von einem bestimmten Partner stammt und sich kein Dritter als dieser Partner ausgibt, indem er die Nachricht mit einem öffentlichen Schlüssel dekodiert. Eine (in Internetkreisen) weitverbreitete und kostenlose Software, die diese Funktionalität bietet, ist Pretty Good Privacy (PGP).
Die gegenwärtige gesetzliche Kontrolle des Exports von Verschlüsselungsmethoden in einigen Ländern (besonders in den USA) wird von vielen Unternehmen als Hindernis für die Entwicklung wichtiger E-Commerce-Anwendungen betrachtet, die ein hohes Maß an Sicherheit erfordern.
Das Zertifizierungsmanagement umfasst verschiedene Funktionen:
Da sich die Verteilung der Aktionen zwischen diesen Funktionen in Abhängigkeit von der Organisation des Zertifizierungsmanagements unterscheiden kann, wird bei den folgenden Anforderungen nicht zwischen diesen Funktionen unterschieden.
Im Handel basieren die Aktionen im allgemeinen auf Vereinbarungen und Verpflichtungen. Lieferanten, die Waren versenden, glauben, dass ihre Kunden zahlen werden, und umgekehrt vertrauen diese Kunden, die manchmal im voraus zahlen, darauf, dass die bestellten Waren eintreffen. Dabei besteht stets die Gefahr, dass eine Seite von einer Verpflichtung ausgeht, die andere Seite damit jedoch nicht übereinstimmt. Besonders in der virtuellen Welt erfordert die Regelung solcher Schwierigkeiten eine ordnungsgemäße Identifizierung der beteiligten Seiten.
In der virtuellen Welt des E-Commerce bilden elektronische (digitale) Unterschriften ein Mittel zur Identifizierung der Partner. Sie sichern drei für den E-Commerce sehr wichtige Aspekte: die Möglichkeit, die Identität des Nachrichtensenders zu überprüfen (Authentifizierung), die Möglichkeit zu überprüfen, ob die erhaltene Nachricht nicht verändert wurde (Integrität), und die Gewissheit, dass der Nachrichtensender die Versendung später nicht bestreiten kann (Nichtzurückweisung).
Derzeit wird ein Rechtsrahmen für die elektronischen Unterschriften entwickelt. Wahrscheinlich wird das Gesetz eine elektronische Unterschrift genauso behandeln wie eine physische Unterschrift, und jedes elektronische Dokument mit einer digitalen Unterschrift wird genauso behandelt wie ein schriftliches Dokument.
Inwieweit Ihr Unternehmen von elektronischen Unterschriften betroffen sein wird, hängt von seinem speziellen Charakter ab. So sollten Immobiliengesellschaften Sorgfalt walten lassen, wohingegen Unternehmen, die Konsumprodukte von geringem Wert verkaufen, weniger stark betroffen sind.
Kryptografie bedeutet "Geheimschrift" und stellt eine Methode dar, eine Nachricht so zu verwirren ("zerhacken"), dass sie unkenntlich wird und somit für unbefugte Leser verborgen bleibt. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass eine E-Mail nur ein Text ist, der im Internet verschiedene andere Computersysteme passieren kann, bevor er sein Ziel erreicht. Manche E-Mails sind anfällig für ein Programm namens "packet sniffer", das E-Mails während des Transfers zwischen Systemen lesen kann.
Kryptografie fungiert wie ein Umschlag um Ihre E-Mail oder Ihre Kreditkartennummer, wenn Sie online einkaufen. Wenn Daten in einer offenen Umgebung wie dem Internet zirkulieren, werden Methoden, die unbefugten Benutzern den Zugang zu vertraulichen Informationen verwehren, als Verschlüsselung bezeichnet. Sie beinhaltet mathematische Verfahren zur Kodierung von Daten.
Die Verschlüsselungsalgorithmen unterteilen sich in zwei große Gruppen: Algorithmen mit Geheimschlüssen und Algorithmen mit öffentlichen Schlüsseln (Public-Key-Verfahren). Das repräsentativste Beispiel für die erste Gruppe ist DES (Data Encryption Standard), das gängigste für die zweite Gruppe RSA (Rivest-Shamir-Adleman). Bei einer elementaren DES-Verschlüsselung wird ein "Block" von 64 Datenbits mittels eines geheimen 64-Bit-Schüssels in ebenso viele kodierte Datenbits umgewandelt. Bei der Entschlüsselung wird mit Hilfe des gleichen Schlüssels das Original wiederhergestellt. Die DES-Verschlüsselung gilt als "symmetrisch", weil für die Ver- und Entschlüsselung der gleiche Schlüssel verwendet wird. RSA ist ein öffentlicher Verschlüsselungsalgorithmus, der wie DES mit Blöcken arbeitet, aber er ist "asymmetrisch", weil für die Kodierung und Dekodierung unterschiedliche Schlüssel verwendet werden, von denen einer, der "öffentliche" Schlüssel, öffentlich bekannt sein kann, während der zweite, der "geheime" Schlüssel, allein seinem Eigentümer bekannt ist. Bei jeder RSE-Transaktion besteht ein einzigartiges Verhältnis zwischen einem öffentlichen Schlüssel, einem geheimen Schlüssel und einem "Modulo".
Die Public Key Infrastructure (PKI) ist die technische, rechtliche und kommerzielle Infrastruktur, die einen weitreichenden Einsatz der Public-Key-Verfahren gestattet, die für die Erzeugung von digitalen Unterschriften und die Verwaltung von symmetrischen Schlüsseln verwendet werden.
Die Beglaubigung eines öffentlichen Schlüssels ist ein maßgebliches Erfordernis. Deshalb werden solche Public Keys in Zertifikaten für öffentliche Schlüssel abgelegt. Ein Zertifikat enthält einen öffentlichen Schlüssel und Angaben zu dessen Identifizierung und wird von einer Zertifizierungsstelle (CA) digital signiert. Diese CA bescheinigt, dass der Eigentümer eines öffentlichen Schlüssels wirklich derjenige ist, der er zu sein vorgibt.
Aufgrund des offenen Charakters des Internet müssen viele Übertragungsarten gesichert werden. Da das komplizierte Verfahren der Vereinbarung von Punkt-zu-Punkt-Sicherheits- oder Zulassungsmechanismen nicht für einmalige oder Ad-hoc-Kunden oder ebensolche Verbindungen durchgeführt werden kann, müssen andere Mechanismen zur Risikobegrenzung gefunden werden. Ein wichtiger Mechanismus ist der Einsatz eines vertrauenswürdigen dritten Dienstleistungsunternehmens. In der Regel besitzt ein solcher Provider bereits einen glaubwürdigen Markennamen und/oder hat eine gewisse gefestigte Beziehung zum (potentiellen) Kundenstamm und/oder ist in der Lage, angemessene Sicherheit für einmalige Transaktionen oder Interaktionen zum Herunterladen bereitzustellen. Die von vertrauenswürdigen Dritten angebotenen Dienstleistungen unterscheiden sich erheblich. Sie reichen von der Bereitstellung sicherer Verbindungen unter Verwendung von heruntergeladener Sicherheitssoftware bis zu Systemen, für die der Kunde spezielle Hardware benötigt, wie z. B. Kodier- und Dekodierhardware oder Chipkartenleser.
Im Abschnitt zu Rechtsfragen werden einige rechtliche Probleme beschrieben, die im Internationalen Geschäftsverkehr auftreten. Diese Probleme treten bei elektronischen Transaktionen sogar noch deutlicher zutage. Der Service eines vertrauenswürdigen Dritten kann Zugang zu einem Kundenstamm bieten, für den solche Probleme bzw. Risiken weitgehend eingeschränkt sind. Das gilt insbesondere für Transaktionen im internationalen Handel, da allgemein bekannt ist, das einige Länder zu einem hohen Maß an Betrug neigen.
Standards
Artikelnummerierung und Identifizierung von Waren
Das weltweite Wachstum des Handels, bei dem immer mehr Produkte und Dienstleistungen in der ganzen Welt verkauft, erworben, ausgetauscht und transportiert werden, erfordert wirksame Lösungen für die
Verwaltung und Übermittlung von entsprechenden Informationen zwischen Handelspartnern in der gesamten Lieferkette.
Aufgrund der zunehmenden Computerisierung und dem damit verbundenen Anwachsen der Menge der ausgetauschten Informationen mussten Normen für die automatische Erfassung von Informationen über ein Produkt oder eine Dienstleistung entwickelt werden. Die Identifizierung des "Artikels" musste einheitlich und eindeutig erfolgen, z. B. durch eine Nummer.
Die Artikelnummerierung ist ein System, das die Identifizierung und Vermittlung von Produkten und Dienstleistungen, aber auch von Transportanlagen, Vermögenswerten und Einrichtungen gestattet. Bei den Normen, die dieses System unterstützen, handelt es sich in der Regel um Codiernormen für alle Benutzer. Sie dienen dem Ziel, einen globalen, sektorenübergreifenden Standard zu entwickeln, der eine gemeinsame Sprache für den Handel bietet.
Einer der gebräuchlichsten Nummerierungsstandards in Europa wurde von der EAN (European Article Numbering Association) entwickelt. Das EAN/UCC-System ist ein Schlüssel, der Zugang zur Geschäftswelt gewährt, indem er die nationale und internationale Kommunikation zwischen verschiedenen Handelspartnern vereinfacht. Es ermöglicht rentabel und konsequent die einheitliche und eindeutige Identifizierung von Produkten, Dienstleistungen und Einrichtungen, Datenbankbetreibern, die eine automatische Bearbeitung der Themen zulassen, sowie von elektronischen Mitteilungen, die den Austausch von Logistik- und Lieferinformationen zwischen Handelspartnern ergänzen.
Es existieren noch weitere Normen, die von anderen Organisationen entwickelt wurden, z. B. Gencod (die in Frankreich benutzt wird).
Der ISO/IEC/JTC : Informationstechnologie ist ein gemeinsamer technischer Ausschuss von ISO und IEC, der für die Normung im Bereich der Informationstechnologie verantwortlich ist und einen speziellen Unterausschuss (SC 31) für Normen der automatischen Datenerfassung gebildet hat. Dieser Unterausschuss erarbeitet internationale Normen in diesem Bereich. So hat er beispielsweise die EAN Strichcode-Normn zur internationalen Zustimmung vorgeschlagen.
Artikelnummern können durch ein Strichcodesymbol ausgedrückt werden, bei dem Zahlen nach speziellen Regeln durch eine Reihe von Strichen dargestellt werden, die von einem Scanner gelesen werden können und die den Artikel durch die gesamte Lieferkette begleiten. Dieser Informationsträger ermöglicht also die automatische Datenerfassung (Scannen) und Datenverarbeitung. Unter dem Symbol wird der Zahlenwert des Codes in für Menschen lesbaren Ziffern angegeben.
Ein Beispiel für einen EAN-Strichcode:
Dieses Symbol soll von einem Scanner ungerichtet gelesen werden

In diesem Beispiel ist eine Flasche Milch "Baby Jack" mit einem Strichcode gekennzeichnet, den ein Scanner normalerweise mit Hilfe von Infrarotstrahlung einliest und an den Computer übermittelt, der ihn verarbeitet und den Kassenzettel erstellt, welcher dann von der Registrierkasse ausgegebenen wird.
CALS (Continuous Acquisition and Lifecycle Support) wurde erstmals 1985 vom amerikanischen Verteidigungsministerium eingeführt, um die Erstellung und Anwendungen von digitalen Produktdaten und technischen Informationen in Verbindung mit dem Erwerb von Waffensystemen und deren Wartung über ihre Betriebsdauer zu verbessern. Heute gilt CALS als ein umfassendes Bezugssystem für die Verwaltung der technischen und kommerziellen Informationen eines Unternehmens vom "lebenslangen" Management der Produkte über das Personalmanagement bis hin zum elektronischen Geschäftsverkehr. CALS hat den Übergang von papieraufwendigen Vorgehensarten zu einer neuen digitalen Produkt-Daten-Umgebung nicht nur im militärischen Bereich, sondern generell bei allen Industrieanlagen ermöglicht.
Das CALS-Bezugssystem beruht auf der Verwendung von international vereinbarten Normen und einer neutralen (plattformunabhängigen) Technologie, die während des gesamten Lebensdauer eines Produkts zum Einsatz gelangen, z.B. bei der Bearbeitung seiner Daten von der Definition bis zum Verkauf, der Archivierung, der logistischen Unterstützung usw.
CALS unterstützt u.a. folgende wichtige nicht systemgebundene Standards:
Diese Liste soll zur Veranschaulichung dienen und ist nicht erschöpfend. Es gibt auch verschiedene militärische Standards, die maßgeblich für militärische Implementierungen sind. Zudem erobert sich beispielsweise "XML" rasch einen Spitzenplatz in der CALS-Welt – was nicht verwunderlich ist.
Was bedeutet EDI?
EDI oder Electronic Data Interchange (elektronischer Datenaustausch) wird im Allgemeinen definiert als "Übertragung von strukturierten Daten mittels vereinbarter Nachrichtennormen von einer Computeranwendung zu einer anderen mit elektronischen Mitteln und mit einem Mindestmaß an menschlichem Eingreifen".
EDI existiert seit etwa 20 Jahren. Im Vergleich zu anderen Instrumenten des E-Commerce wird der elektronische Datenaustausch oft als "alte" Technologie betrachtet. In einer B2B-Umgebung bildet EDI nach wie vor einen der Ecksteine des E-Commerce. Indem er die langsamen, kostspieligen und unzuverlässigen Informationsströme auf Papierbasis beseitigt, ermöglicht EDI den Unternehmen eine Steigerung ihrer Effizienz und Produktivität.
Wie funktioniert EDI?
Ein EDI-System besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten: EDI-Standards, EDI-Software und einem Kommunikationsmedium.
EDI-Standards
Das Wesen von EDI besteht darin, dass die Daten strukturiert von einer Anwendung zur anderen übertragen werden. Aus technischer Sicht erfordert dies eine vorherige Vereinbarung von Format und Inhalt.
Um die Verbreitung von unternehmensspezifischen Formaten zu vermeiden, starteten große Unternehmen in den sechziger und siebziger Jahren sektorenweite Initiativen zur Entwicklung von Nachrichtennormen, die beispielsweise zur Entwicklung von ANSI X12 in den USA, GENCOD in Frankreich, SEDAS in Deutschland und TRADACOMS im Vereinigten Königreich führten. Andere Tätigkeitsbereiche umfassten ODETTE in der Automobilindustrie und verschiedene internationale Projekte wie SWIFT: Schließlich wurde ein allgemein akzeptiertes Format entwickelt: die Norm UN/EDIFACT (United Nation Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport). Auf der Basis des in der Norm UN/EDIFACT definierten "Vokabulars" und der "Grammatik" wurden verschiedene UNSM (United Nations Standard Messages) entwickelt, um die allgemein üblichen Papierdokumente wie Bestellscheine, Lieferavis, Rechnungen usw. zu ersetzen.
EDI-Normen spezifizieren den Inhalt verschiedener Dokumente, die Codierung verschiedener Felder in diesen Dokumenten und andere notwendige Verfahren. Für UN/EDIFACT sind die Syntax-Regeln in der ISO-Norm ISO 9735 festgelegt.
Definitionsgemäß sind UNSM sehr "allgemeine" Nachrichten. Sie sind in zahlreichen Geschäftsbereichen anwendbar. Im Ergebnis dessen gilt vieles, was in einer UNSM beschrieben ist, nicht für eine bestimmte Situation. Hier kommen Industrieverbände wie CEFIC, EAN International, EDIFICE und andere ins Spiel. Diese Verbände haben ein Subset von UN/EDIFACT geschaffen und Leitlinien für die Nachrichtenübermittlung (MIG) entwickelt. MIG sind Dokumente, die erläutern, welcher Teil der UNSM zwischen Handelspartnern eines bestimmten Sektors in einem bestimmten Teil der Welt zu verwenden ist.
EDI-Software
Einer der kompliziertesten Schritte bei der Implementierung des elektronischen Datenaustauschs ist als Konvertierung oder Übersetzung bekannt. Intern können Informationen in relationalen Datenbanken gespeichert werden, und die Unternehmen müssen ihre internen Darstellungen in Standardnachrichten konvertieren. Das ist nicht einfach, denn die interne Darstellung hat oft wenig gemein mit der datensatzorientierten Struktur von genormten EDI-Nachrichten.
EDI-Verkäufer haben eine spezielle Software entwickelt, welche die "Übersetzung" der Daten aus dem firmeninternen Format in das allgemeine Format und umgekehrt erleichtert. EDI-Übersetzungssoftware hat zwei grundlegende Funktionen. Bei ausgehenden Daten formatiert die Software die elektronischen Daten normgemäß um. Bei eingehenden Daten überträgt die EDI-Software die Daten in das für die interne Anwendung erforderliche Format. Außerdem nimmt die Software einige Bewertungen vor. Integrierte EDI-Softwarepakete enthalten in der Regel auch zusätzliche Funktionen wie:
Kommunikationsmittel
Die dritte Komponente der EDI-Umgebung bildet das Informationsübertragungssystem, das Telekommunikations-Hardware und –Software und allgemeine Kommunikationsprotokolle umfasst. EDI-Nachrichten sind unabhängig von der Infrastruktur. Sie können unter Verwendung unterschiedlicher Protokolle über eine Vielzahl von Netzen befördert werden.
Traditionell erfolgte der elektronische Datenaustausch entweder über eine Direktverbindung oder über die Mailbox eines VAN (Value Added Network). Bei einer Standverbindung sind die Computer der Handelspartner direkt miteinander verbunden. Eine solche Lösung ist nur für Unternehmen geeignet, die eine sehr große Nachrichtenmenge austauschen. VAN bieten ein sicheres Netzwerk, Revision und Prüfung, Überwachung des Datenverkehrs und professionelle Unterstützung. Einige Mehrwertdienst-Netzwerke bieten alle Merkmale der EDI-Software "im Netz", indem sie die EDI-Software über ihre eigenen Computer bereitstellen. Solche Dienstleistungen haben aber ihren Preis und die Erfahrung hat gezeigt, dass die Kosten für die Nutzung eines VAN für viele Unternehmen ein Hindernis darstellen. Außerdem betreibt jedes VAN ein eigenes Netzwerk und der Verbund zwischen VAN kann kostspielig und schwer realisierbar sein.
Zunehmend wird das Internet als eine Alternative betrachtet, um Kommunikationskosten zu senken.
Kosten
Die Kosten der Implementierung von EDI können in einmalige und wiederkehrende Kosten unterteilt werden. Die einmaligen Kosten betreffen den Erwerb bzw. die Übernahme der Software und Hardware (normalerweise ein PC/Modem), die Anmeldegebühren für die Netzwerkdienste und eventuell die Kosten für eine externe Beratung. Außerdem sind Aufwendungen für Koordinierungsmaßnahmen, Schulung und eventuell Übernahme bestehender Anwendungen zu berücksichtigen.
Die Nutzungsgebühren betreffen die Verwaltung der EDI-Übersetzungssoftware und der Nachrichtendefinitionen, eventuelle Abonnements- und Nutzungsgebühren für die Netzwerkdienste sowie die Telefonkosten.
Vorteile
Die meisten EDI-Benutzer glauben, dass die größten Vorteile der Implementierung von EDI eher qualitativer Art und unbestimmbar sind, als dass sie quantitativ bestimmt werden könnten. Dessen ungeachtet können durch den elektronischen Austausch von Dokumenten folgende unmittelbare Vorteile erreicht werden:
Administrative Vorteile: Information bewegt sich schnell und ohne menschliches Eingreifen zwischen Computern, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit von Übertragungs- oder Interpretationsfehlern verringert.
Logistische Vorteile: Durch die Erhöhung von Qualität und Quantität der zwischen den Partnern ausgetauschten Informationen ist es möglich, den Geschäftsverlauf dramatisch zu verkürzen. Das kann zu einem verringerten Warenbestand und einer effizienteren Lieferkette führen.
Strategische Vorteile: Diese betreffen eine höhere Wettbewerbsfähigkeit infolge einer höheren Kundenzufriedenheit oder besseren Beziehungen zu den Subunternehmen. Die strategischen Vorteile lassen sich schwer beziffern. Sie können alles umfassen – einen größeren Marktanteil durch EDI oder die schlichte Tatsache, einen Kunden nicht zu verlieren, der seine Lieferanten mit EDI beauftragt hat.
Mit Simpl-EDI bleibt es einfach!
Im Grunde sind Simpl-EDI-Nachrichten vereinfachte Subsets ihrer jeweiligen UNSM. Simpl-EDI ging von der Annahme aus, dass 80 % der Anforderungen mit 20 % der Elemente von EDI-Nachrichten erfüllt werden könnten.
Häufig sind Handelsgeschäfte auf Tagesbasis unnötig kompliziert, weil beispielsweise jede Bestell- oder Rechnungsinformation wiederholt wird, obwohl sie der Partner bereits kennt, oder unnötige Produktbeschreibungen angeführt werden.
Eine Möglichkeit zur Vereinfachung von EDI-Geschäftsmitteilungen ist, alle sich wiederholenden oder gleichbleibenden Informationen aus den Nachrichten selbst zu entfernen und sie in "Stammdateien" zu übertragen, die gesondert bearbeitet oder geöffnet werden können (z.B. Produktkataloge oder Preisdateien). Die Idee ist, dass durch eine Synchronisierung der Daten vor der Handelstransaktion die eigentlichen Nachrichtenvorgänge sehr einfach und leicht bearbeitbar gehalten werden können. So braucht eine Simpl-EDI-Nachricht bei vorhandener Stammdatei nur eine ganz geringe Menge von Informationen zu enthalten (Zahl der Kunden, Lieferanten, bestellte Posten, Nummer der Bestelladresse, Bestellnummer, Datum und Uhrzeit der Lieferung und geforderte Menge). Die eigentlichen Informationen wie vollständige Namen, Adressen und Produktbeschreibungen sind in den Stammdaten zu finden.
Das obige Beispiel veranschaulicht auch die zweite Vorbedingung für Simpl-EDI, nämlich dass eine Simpl-EDI-Nachricht keine Daten enthalten sollte, die eine Interpretation durch Menschen erfordern. Eine automatische Verarbeitung ist nur dann möglich, wenn alle Informationen codiert sind, beispielsweise mit Hilfe von EAN-Nummern zur Identifizierung eines Produkts oder Orts. Uncodierte Informationen wie Beschreibungen, Namen usw. können nur von Menschen gelesen werden.
Drittens versucht Simpl-EDI, in einer Nachricht Kapazitäten zu kombinieren, die zuvor auf mehrere Nachrichten verteilt waren. Die Kerndaten eines Lieferscheins können auch für damit verbundene Transaktionen wie Lieferavis und Inventurberichte verwendet werden. Der Lieferschein ähnelt auch einer Zahlungsanweisung. Denn worin besteht letztlich der Unterschied zwischen dem Auftrag an eine Bank, zu einem bestimmten Termin eine Geldsumme von Konto A auf Konto B zu bewegen, und der Anweisung an einen Lieferanten, ein Produkt von einem Ort A zu einem Ort B zu bringen? Durch die Verwendung der Kerndaten-Elemente in Nachrichten ist es möglich, sowohl die Anzahl der Nachrichten wie auch der Datenelemente zu verringern.
EDI im Internet
Trotz aller Bemühungen um Normung und Vereinfachung ist der traditionelle EDI in Wahrheit nicht so "papierfrei", wie wir es uns wünschen würden. Vielfach drucken die Benutzer die eintreffenden Nachrichten aus und geben die Informationen dann in ihr internes System ein. Für die Handelspartner, die nur ein oder zwei Bestellungen pro Woche erhalten, lohnt es sich einfach nicht, EDI-Software zu erwerben und sie auf einem PC zu installieren. Diese kleineren Handelspartner könnten von den Hybrid-Lösungen profitieren, die jetzt im Internet entstehen.
Bei der Nutzung des EDI über das Internet stehen im Wesentlichen drei Dienstleistungen zur Verfügung:
Das Internet bietet den KMU eindeutig die Möglichkeit, der Anforderung von Partnern zu
entsprechen und ohne größere Investitionen EDI-Nachrichten zu senden und zu empfangen. Mit der steigenden Zahl der Internetnutzer scheint die Nutzung von EDI via Internet die naheliegendste Richtung zu sein, aber es sind einige Vorsichtsmaßnahmen erforderlich insbesondere in bezug auf folgende Punkte:Haftung: Da das Internet eine Ansammlung von Netzwerken ist, besitzt es keine zentrale Stelle für die Lösung von technischen Fragen. Jeder, der regelmäßig die E-Mail-Funktion des Internet benutzt, wird mit nicht zugestellten oder unlesbaren Nachrichten konfrontiert sein.
Sicherheit: Während das Verschicken einer Nachricht über ein VAN in etwa dem Verschicken eines Einschreibebriefs entspricht, kann das Senden einer Nachricht via Internet mit dem Verschicken einer Postkarte per Post verglichen werden: Jeder kann sie lesen. Deshalb sollten spezielle Sicherheitsmaßnahmen wie die Benutzung von privaten oder öffentlichen Schlüsseln zur Kodierung der Nachrichten ins Auge gefasst werden.
Anerkennung von Herkunft und Empfang: Bei kritischen Transaktionen ist es wichtig, dass der Empfänger den Empfang einer Bestellung nicht bestreiten kann. Ebenso wenig sollte der Absender bestreiten können, dass er die Waren bestellt hat. In einer VAN-Umgebung erzeugt das Netz selbst Rückmeldungen und ermöglicht auch die Wiederherstellung von Nachrichten bei Problemen mit Sicherungseinrichtungen usw. Das Internet bietet keine solchen Kontrollmittel und es sollten geeignete Lösungen erwogen werden, z. B. die Auslösung einer automatischen Antwort.
Es ist wichtig zu betonen, dass es heute Lösungen im Internet gibt, die diese Anforderungen der Haftung, Sicherheit und Anerkennung erfüllen.
Austausch von Produktions-/Konstruktionsinformationen
Die kommerziellen Beziehungen zwischen Unternehmen oder zwischen einem Unternehmen und einem Verbraucher umfassen nicht nur Bestellungen, Rechnungen, Warenbeschreibungen und Ähnliches, sondern können auch Konstruktions- und/oder Produktinformationen betreffen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die Produktion an einem anderen Ort erfolgt als die Konstruktion.
Die entsprechenden technischen Daten (Entwürfe, Karten, Grundrisse usw.) müssen dann auf elektronischem Weg übertragen werden, d.h. sie müssen zuerst codiert werden – am besten nach anerkannten Standards – und dann mit Hilfe von standardisierten Programmen versendet werden.
So ist zum Beispiel die ISO-Norm 10303 STEP (Product Data Representation and Exchange) der wichtigste internationale Standard für die computer-interpretierbare Darstellung von Produktdaten und ihren Austausch. Sie betrifft insbesondere die Beschreibung von Produktdaten während der gesamten Lebensdauer eines Produkts und stellt ein "neutrales" Instrument für den Datenaustausch zwischen heterogenen Systemen bereit. STEP standardisiert die Struktur und die Bedeutung der Datenfelder und die Datenstruktur sowie die Werte der Datenfelder.
Sie besteht aus verschiedenen Teilen, von denen jeder einen spezifischen Aspekt der Darstellung von Produktdaten und der Austauschsprache behandelt (so betrifft z. B. ISO-10303-42 die geometrische und topologische Darstellung).
Es können auch andere Standards wie IGES (Initial Graphics Exchange Specification), der wichtigste Standard für den Austausch von Daten über Produktdefinitionen in den USA, angewendet werden. IGES ist in Europa im Bereich industrielle Automation, Systeme und Integration weit verbreitet.
Sowohl STEP als auch IGES sind wichtige Vermittler von CALS, denn die Teilung von Produktdaten zwischen den betroffenen Seiten bildet ein grundlegendes Element der CALS-Philosophie.
Normen für die Verschlüsselung mit Public-Key-Verfahren (PKCS)
PKCS-Spezifikationen werden gemeinhin für die Sicherheit im Internet verwendet. Anwendungen wie gesicherte E-Mail und SET nutzen PKCS-Spezifikationen.
Die Spezifikation PKCS1 beschreibt eine Methode der Datenverschlüsselung mit Hilfe des Public-Key-Verfahrens RSA. Sie ist für die Schaffung von digitalen Unterschriften und digitalen Umschlägen gedacht.
Die Spezifikation beschreibt auch eine Syntax für öffentliche und private Schlüssel von RSA und umreißt die Erzeugung des Schlüssels, die Schlüsselsyntax, das Verschlüsselungs- und Entschlüsselungsverfahren, die Unterschriftsalgorithmen, das Unterschriftsverfahren und das Überprüfungsverfahren.
Die Spezifikation PKCS7 beschreibt eine allgemeine Syntax für Daten, die verschlüsselt werden können, wie z. B. digitale Signaturen und digitale Umschläge. Die Syntax gestattet Rekursion, so dass beispielsweise ein Umschlag in einem anderen untergebracht werden kann oder ein Partner bestimmte Daten signieren kann, die zuvor in einem Umschlag verpackt wurden. Sie lässt auch willkürliche Merkmale (z.B. die Signaturzeit) zu, die zusammen mit dem Inhalt der Nachricht zu authentifizieren sind, und bietet andere Merkmale wie Gegensignaturen, die einer Signatur beizufügen sind. Ein Subset der Syntax bietet eine Möglichkeit für Verbreitungszertifikate und Listen über den Rückzug von Zertifikaten.
Die Spezifikation PKCS10 beschreibt eine Syntax für Zertifizierungsanträge. Ein Zertifizierungsantrag besteht aus einem gesonderten Namen, einem öffentlichen Schlüssel sowie einer Reihe von Merkmalen als Option, die vom Rechtsträger, der den Zertifizierungsantrag stellt, gemeinsam signiert werden.
Zertifizierungsanträge sind bei der Zertifizierungsstelle einzureichen, die den Antrag in ein Zertifikat X509 für einen öffentlichen Schlüssel oder in ein erweitertes Zertifikat PKCS6 umwandelt.
Die Spezifikation PKCS11, die gewöhnlich als "Cryptoki" (ausgesprochen wie "crypto-key") bezeichnet wird, definiert eine Anwendungsschnittstelle für Schlüsselgeräte. Sie liefert eine Programmierschnittstelle, welche die speziellen Befehle definiert, die für Chiffrierarbeiten mit solchen Geräten benötigt werden.
Der Verzeichnis-Standard X.500 dient zur einheitlichen Identifizierung und Ortung von Systemen, Unternehmen und Personen sowie zur Bereitstellung von Informationen über sie im Kontext von Kommunikationsdiensten. Ein Verzeichnis ist ein Aufbewahrungsort für Informationen über Objekte, von denen jedes einen repräsentativen Eintrag im Verzeichnis besitzt. Das Objekt und sein (Verzeichnis-) Eintrag werden beide durch einen eindeutigen Verzeichnisnamen identifiziert. Die in einem Eintrag gespeicherten Informationen bestehen aus einer Sammlung von Merkmalen, die jeweils einige Aspekte des Objekts beschreiben, das durch den Eintrag dargestellt wird. Diese Informationen werden gemeinsam mit dem genauen Inhalt, der durch eine Reihe von Regeln bestimmt wird, im Verzeichnis gespeichert. Die Regeln betreffen vor allem die Bezeichnung der Einträge. Der Standard X.500 führt auch Protokolle für den Zugang zu den Informationen im Verzeichnis auf, darunter:
Derzeit wird mit der Implementierung einer vereinfachten Version des Standards X.500 namens Lightweight Directory Access Protocol (LDAP) begonnen.
X.509 ist der Standard, der die Grundlage für die meisten Zertifizierungsprogramme bildet, die heute im Internet verwendet werden (z. B. PKCS). Er bestimmt die Struktur der Zertifizierung in bezug auf Version und Seriennummer, digitale Signaturen, Aussteller und Einzelheiten über die Gültigkeit, Themenbezeichnung sowie einheitliche Feldnamen für den Aussteller und das Thema. Ferner wird eine Methode für die Erstellung von Listen zurückgezogener Zertifikate definiert.
X.509 beschreibt zwei Authentifizierungsebenen: die einfache Zugriffsberechtigungsprüfung auf der Basis eines Passworts, um die Identität des Benutzers zu überprüfen, und eine strenge Zugriffsberechtigungsprüfung mit Hilfe von Berechtigungsnachweisen, die unter Verwendung von Verschlüsselungsverfahren erstellt wurden. Dieser Standard empfiehlt, nur die strenge Zugriffsberechtigungsprüfung als Grundlage für die Bereitstellung sicherer Dienste zu verwenden. Die Kryptografie mit öffentlichen Schlüsseln wird für die strenge Zugriffsberechtigungsprüfung genutzt. Der Authentifizierungsrahmen ist jedoch nicht von einem speziellen Schlüsselalgorithmus abhängig, wenngleich zwei Benutzer für die Authentifizierung den gleichen Algorithmus unterstützen müssen.
XML: warum sie für Sie wichtig ist
Seit das World Wide Web Konsortium im Februar 1998 die eXtensible Markup Language (XML) gebilligt hat, scheint jeder einzelne IT-Verkäufer XML in sein Merkmalverzeichnis aufgenommen zu haben.
Beruht die Popularität von XML nur auf Publicity oder wird sie die treibende Kraft des E-Commerce sein, wie viele vorhersagen?
Derzeit ist die HyperText Markup Language (HTML) nach wie vor die populärste Sprache für Web Publishing. Da mit ihr einfache Browser Dokumente weltweit verfügbar machen können, war HTML, wie wir alle wissen, der Schlüssel zum Erfolg von Internet und E-Commerce. Aber das wird sich eher früher als später ändern. Wenn HTML die Art und Weise revolutionierte, wie wir das Web "betrachten", so soll XML die Art und Weise revolutionieren, wie wir es "nutzen". Die Entwicklung von XML ist sehr eng mit HTML verbunden, besonders mit ihren Unzulänglichkeiten.
Der Erfolg von HTML beruhte zum großen Teil auf ihrer Einfachheit. Im Wesentlichen beschreibt HTML, wie ein Webbrowser mit Hilfe eines sehr einfachen, intuitiven, leicht zu erlernenden Systems auf der Basis von Markierungen ("Tags") Text, Bilder und Schaltflächen auf einer Seite anordnen sollte. Dieses System ist so einfach, dass Sie wahrscheinlich nicht mehr als 2 Stunden benötigen, um eine elementare Homepage einzurichten. Aber in dem Maße, wie sich das Web weiterentwickelte, wurde die Einfachheit von HTML schnell zu ihrem größten Nachteil. Die Unternehmen wollten Websites, die über die bloße Wiedergabe von Informationen hinausgehen. Es entstanden die ersten Online-Unternehmen, die Kunden auf der ganzen Welt unbegrenzten Zugang zu Waren und Dienstleistungen boten. Infolgedessen benötigten die Entwickler erweiterte Markierungen zur Unterstützung zusätzlicher Funktionen. HTML mit ihrer begrenzten Struktur und ihrer festgelegten Anzahl von Markierungen wurde bis an ihre Grenzen und sogar darüber hinaus ausgedehnt. Der Missbrauch von Markierungen und eigene Zusätze der Verkäufer führten zur Inkompatibilität von Browsern und zu einem HTML-Standard, der den tatsächlichen Implementierungen hinterherlief.
Was also stimmt nicht mit HTML und warum ist XML die Lösung? Die grundlegenden Beschränkungen von HTML erschweren beispielsweise die Ausnutzung von Webinformationen durch Suchmaschinen und automatisierte Prozesse. HTML ist nicht geeignet, die Bedeutung verschiedener Datenteile zu beschreiben; der Kontext geht verloren. So könnte z. B. das englische Wort "Bill" ein Name, eine Rechnung oder eine Papierwährung sein. Hieraus ergibt sich die enttäuschende Qualität von Suchen im Web. Eine weiterer Grund ist, dass nichts als <Preis> markiert werden kann; die Suche nach einer Preisinformation ist unmöglich und nutzlos. HTML sagt etwas über Überschriften und Schriftarten aus – über <H1> und <fett> -, nicht aber über Preise und Versandmöglichkeiten. Kurz gesagt, HTML-Seiten lassen sich gut von Menschen lesen, aber nicht von Computern bearbeiten. Aber stellen Sie sich vor, Sie könnten Markierungen benutzen, die anzeigen, was eine Information "ist", anstatt wie sie "aussieht". Wenn Daten in einem Katalog als <Preis>, <Größe> und <Farbe> anstatt als <H1>, <TITEL> oder <TEXT> gekennzeichnet würden, dann könnten Sie nach einem Pullover suchen, der in Größe, Farbe und Preis ganz Ihren Vorstellungen entspricht. XML verwendet das gleiche einfache Markierungssystem auf der Basis von Tags. Während aber HTML nur eine Methode zur Anzeige von Informationen bietet, geht XML einen Schritt weiter. Sie befasst sich mit dem Kontext und gibt den Daten Bedeutung. Das Geheimnis des Erfolgs von XML liegt in ihrer Erweiterbarkeit. Da in der XML-Empfehlung keine Markierung im voraus definiert wird, gestand das W3C den Entwicklern die volle Kontrolle über die Individualisierung ihrer Daten nach eigenem Ermessen zu. Der Trick besteht darin, die zu verwendenden Markierungen und die Struktur eines Dokuments in einer DTD (Typdefinition für Dokumente) oder einem Schema (ein Schema ist eine geplante, fortgeschrittenere Version einer DTD) auszuweisen. Indem die DTD (bzw. das Schema) in das XML-Dokument aufgenommen wird, kann jedes System, das XML unterstützt, die Daten in dem Dokument lesen und verstehen. Dementsprechend werden Sie auch keine sonstigen Gestaltungsoptionen in einem XML-Dokument finden. Die Formatierung erfolgt gesondert durch eine oder mehrere Formatvorlagen, die bestimmen, wie eine bestimme Informationsart angezeigt oder ausgedruckt werden soll. Solche Formatvorlagen könnten XML sogar in Blindenschrift oder gesprochener Sprache wiedergeben. Da die Vielfalt der mit dem Internet interagierenden Geräte – Fernseher, PDA und Mobiltelefone, um nur einige zu nennen – zunimmt, wird sich XML als unerlässlich erweisen.
XML: warum sie für EDI wichtig ist
Während sie ursprünglich als die "bessere HTML" gedacht war, erkannten die Entwickler sehr schnell, dass die Erweiterbarkeit von XML und ihre Fähigkeit, die Darstellung/das Verhalten der Daten von den Daten selbst zu trennen, XML besonders geeignet für den Austausch von Informationen zwischen lose verbundenen Systemen macht, z.B. für den Austausch zwischen Anwendungen oder Szenarios für die Integration der Lieferkette oder Erwerbs- und Übernahmeszenarios. Diese Art der Kommunikation wurde traditionell von EDI beherrscht. Aber warum sollten die Unternehmen zu XML überwechseln? Schließlich wurde EDI über 20 Jahre erprobt und getestet und es funktioniert.
Bei EDI besteht das Problem darin, dass ungeachtet von Initiativen wie Web-EDI oder Simpl-EDI, um EDI für KMU besser zugänglich zu machen, die Inanspruchnahme enttäuschend gering war. Der traditionelle EDI wird durch die Notwendigkeit eines komplexen Mapping, spezieller Übersetzungssoftware und – in den meisten Fällen – der Nutzung einer kostspieligen VAN-Infrastruktur (Value Added Network) gehemmt. Für durchschnittliche KMU ist er zu teuer und zu kompliziert. Die meisten KMU, die EDI anwenden, tun dies unter dem Druck eines größeren Geschäftspartners. Tatsächlich ermöglicht Web-EDI kleinen Unternehmen, sich praktisch ohne Kosten am elektronischen Datenaustausch zu beteiligen. Sie benötigen lediglich einen Browser und einen Internetanschluss. Während aber Web-EDI die Kosten beseitigt, beseitigt es auch die potentiellen Vorzüge einer echten Anwendungsintegration.
Web-EDI ist eher eine andere Möglichkeit des Mensch-zu-Anwendung-Austauschs. Eine Web-Schnittstelle kann für gelegentliche Geschäfte oder für den Handel zwischen Unternehmen und Verbrauchern (B2C) gut geeignet sein, für echten E-Commerce zwischen Unternehmen (B2B) ist sie aber unbrauchbar. Wenn Daten über ein Handelsgeschäft bereits in Ihrer Anwendung existieren und von der Anwendung Ihres Handelspartners direkt genutzt werden, macht es einfach keinen Sinn, Daten zu suchen, zu aktualisieren und manuell in die Webseite Ihres Kunden oder Lieferanten einzugeben, während Sie außerdem Ihr internes System aktualisieren müssen. XML will so einfach wie Web-EDI sein und gleichzeitig den verschiedenen Partnern ermöglichen, vollen Nutzen aus der Anwendungsintegration zu ziehen.
Der grundlegende Unterschied zu EDI ist, dass XML anstrebt, selbstbeschreibend und sowohl visuell als auch maschinenlesbar zu sein. In der Praxis müssen Partner für die Implementierung des traditionellen EDI nicht nur eine geeignete UN/EDIFACT-Norm bzw. ein Subset (z.B. EANCOM) übernehmen, sondern diese auch auf ihre Bedürfnisse zuschneiden, indem sie Überflüssiges beseitigen. Im schlimmsten Fall bedeutet das eine MIG (Message Implementation Guideline) für jedes Paar von Geschäftspartnern. MIG enthalten die zusätzlichen Informationen und Regeln, die neben den in der UNMS oder dem Subset beschriebenen Regeln anzuwenden sind. Während MIG in Papierform vorliegen und für den menschlichen Gebrauch bestimmt sind, werden in XML solche Implementierungsregeln und –vorschriften im Schema oder der DTD angegeben und können deshalb von jeder XML-fähigen Anwendung elektronisch bearbeitet werden. Außerdem bietet XML den Vorteil, dass die XML-Syntax und die damit verbundenen Standards einen deutlich größeren Anwendungsbereich besitzen als der traditionelle EDI.
XML-Methoden können auch für die Verwaltung von Website-Inhalten, die Dokumentenverwaltung und die Integration von Firmenanwendungen genutzt werden. – Das bedeutet, dass der einzige technische Mitarbeiter durch zahlreiche XML-Anwendungen beeinflusst wird. Das bedeutet ferner, dass eine einmal erfasste Eingabe eventuell durch die gesamte Informationskette weitergeleitet werden kann. Mit Hilfe von XML können Sie ein Dokument (z.B. einen Bestellschein) definieren, in einem Browser anzeigen, es in interne Anwendungen, wie z. B. einen elektronischen Katalog, einfügen und es sogar direkt an einen Handelspartner oder Vermittler zu weiteren Bearbeitung übermitteln.
Computerlesbare Schemata bilden eindeutig den Schlüssel zur Zukunft der XML. Aber hier gibt es keine freie Ausführung und keinen "mapping-freien" Datenaustausch. Wenn jeder seine eigenen Mitteilungen definiert, ist nichts gewonnen. Wie soll eine Anwendung eine Bestellnummer bearbeiten, wenn sie in einer Nachricht als und in einer anderen als markiert ist? Und wie weiß ich, dass das Schema oder die DTD, die ich für das Versenden meiner Nachricht benutzen will, auch vom Empfänger akzeptiert wird?
Tatsächlich hat XML viel zu bieten: eine leicht verständliche, flexible und erweiterbare Syntax, gute Bearbeitungs- und Betrachtungsprogramme, eine breite Unterstützung durch die Industrie und verschiedener Computersysteme (Multiplattform) und sie ist "für das Internet gemacht". Es fehlt das Vokabular, die Geschäftssemantik. Ein Autohersteller wird ein spezielles XML-Vokabular für seine Geschäftsaktivitäten entwickeln wollen, desgleichen wird ein Computerhersteller spezielle Begriffe für den Informationsaustausch mit seinen Partnern gebrauchen. Mehrere Unternehmen haben verschiedene XML-Versionen für bestimmte vertikale Märkte entwickelt, so z.B. RosettaNet, CommerceNet, Bolero und andere. Wenn sie nicht ordnungsgemäß verwaltet werden, kann das zu einer Fülle inkompatibler Schemata führen. Deshalb wurde die Idee entwickelt, solche Schemata in zentralen Datenbanken oder Bibliotheken über das Web zugänglich zu machen. Die Anwendung von in öffentlichen Datenbanken gespeicherten Schemata oder DTD sollte es den KMU erleichtern, Mitteilungen zu erarbeiten, die von vielen ihrer Handelspartner akzeptiert werden.
Bedeutet das, dass wir EDI und EDIFACT völlig vergessen können? Ganz und gar nicht – und zwar nicht nur, weil die vorhandenen EDI-Benutzer ihre Investition schützen wollen. Denken Sie nur an all die Unternehmen, die nicht genau in eine vertikale Gruppe passen. Was ist, wenn Sie beispielsweise ein Lieferant von Büroausrüstungen sind? Außerdem sind einige Informationskonzepte (Messungen, Ländercodes, Währungscodes usw.) de facto vielen Branchen gemeinsam. Eben auf diesem Gebiet der "horizontalen" Spezifikationen verfügt die EDI-Gemeinschaft über jahrzehntelange Erfahrungen. UN/EDIFACT ist die einzige verfügbare branchenübergreifende und wirklich globale semantische Quelle. Deshalb untersuchen verschiedene Gruppen wie die XML/EDI-Gruppe, der CEN/ISSS XML/EDI Workshop, das europäische XML/EDI-Pilotprojekt von ISIS und zuletzt die ebXML-Initiative von UN/CEFACT und OASIS, wie die besten Eigenschaften des traditionellen EDI mit den technologischen Verbesserungen von XML verbunden werden können.
Schlussfolgerungen
Was HTML für die Informationsveröffentlichung getan hat, soll XML für den Austausch zwischen Anwendungen und Handelspartnern tun. In den heutigen globalen, auf den E-Commerce ausgerichteten Märkten müssen die Unternehmen auf Nachfrage wichtige Funktionen wie Absatzprognosen, Auftragsstatus usw. zugänglich machen können. Das erfordert eine direkte elektronische Kommunikation zwischen äußerst unterschiedlichen Anwendungen, die unterschiedliche Datenbanken und Computersprachen benutzen und sich vielleicht in verschiedenen Ländern und Zeitzonen befinden. XML bietet ein einheitliches Mittel, um Daten darzustellen und zwischen diesen Anwendungen zu bewegen.
XML ist kein Wundermittel, das alle Probleme von HTML und des traditionellen EDI löst. Begleitende Standards (z. B. Schemata) befinden sich noch in der Entwicklung. XML hat aber in ihrer kurzen Existenz bereits sehr weitreichende Anwendung gefunden. Schon jetzt werden XML-Instrumente in Webbrowser, Anwendungen, Server und Datenbanken integriert. So kann man sagen, dass sich XML weiterentwickelt und in den nächsten Jahre große Veränderungen eintreten werden, aber XML existiert definitiv und wird bestehen bleiben.
WAP: Wireless Application Protocol (Mobilfunk-Anwendungsprotokoll)
UMTS: Universal Mobile Telephone System (Universales Mobiles Telekommunikationssystem)
Der elektronische Handel wird zum mobilen Handel (M-Commerce) werden, wenn mit der neuen verbesserten Fernsprechtechnik jeder "mobile" Benutzer in der Lage sein wird, mittels seines schnurlosen Geräts zu kommunizieren, um Waren und Dienstleistungen zu erwerben.
WAP ist ein praktisch weltweiter Standard für die Internetkommunikation mit Hilfe von schnurlosen Endgeräten wie Mobiltelefonen, Personal Data Assistants usw. Er wurde vom WAP-Forum entwickelt. Das WAP-Protokoll ist für die Anwendung mit jedem mobilen Netzwerkstandard bestimmt, wie z. B. GSM (Global System for Mobiles) oder UMTS (Universal Mobile Telephone System), das die dritte Generation (3G) des Hochgeschwindigkeits-Mobilfunks beschreibt.
Das WAP-Forum ist ein offenes Industrieforum mit über 200 Mitgliedern. Der WAP-Standard ist eine offene und globale Spezifizierung, die Mobilfunkbenutzern über ihre schnurlosen Geräte bequem Zugang zu Internetanwendungen (Web, Mail, Datenübertragung usw.) gewährt.
WAP ist mit vielen Betriebssystem wie Windows CE und Java kompatibel und bietet Interoperabilität mit anderen Gerätegruppen.